Sport : Trotzig und mutig

Geschwächte Eisbären besiegen Wolfsburg 6:5.

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Berlin - Spielt so eine ausgelaugte und überforderte Mannschaft? Wohl kaum. Was die Eisbären gegen den EHC aus Wolfsburg am Dienstagabend boten, sah eher mutig und kraftvoll aus. Sie spurteten, sie checkten und sie trafen – und das, obwohl ihnen beinahe die Hälfte der Stammspieler wegen Verletzungen oder Sperren abhanden gekommen war. Am Ende kämpften sie sich gegen den Tabellenfünften der Deutschen Eishockey-Liga zu einem 6:5 (2:1, 4:2, 0:2). Die elf Tore standen für eine hektische, aber auch fehlerbehaftete Begegnung zweier Teams, die sich im Vorjahr noch im Finale um die deutsche Eishockeymeisterschaft gegenübergestanden hatten. Das Niveau des Endspiels erreichte die dienstägliche Hauptrundenpartie zwar nicht, dennoch traten die Eisbären beziehungsweise das, was von ihnen übrig geblieben war, von Beginn an ordentlich auf.

Trotzig bis mutig rannten sie gegen ihre eigenen Probleme und den Gegner an. Und weil sich die Wolfsburger zunächst nur bedingt wehrten, führten die Gastgeber durch die Treffer von Barry Tallackson und Vincent Schlenker nach nicht mal sechs gespielten Minuten auch schon 2:0. Vincent Schlenker? Das ist einer von fünf Spielern, die vom Oberligisten Fass ins Team von Trainer Don Jackson gerutscht sind – und dank derer die Berliner wenigstens mit passabler Mannschaftsstärke aufliefen. „Die Jungen machen einen guten Job, obwohl es schwierig für sie ist“, befand Florian Busch, einer der wenigen gesunden Stammspieler. Doch es lag auch ein bisschen am jugendlichen Leichtsinn, dass die Eisbären zwischenzeitlich zweimal den Ausgleich kassierten. Der junge Henry Haase schob den Puck in der 27. Minute bezeichnenderweise ins eigene Tor.

Schließlich ging es vor 13 500 Zuschauern im gesamten Mittelabschnitt drunter und drüber. Ein wenig schien es sogar, als trauten die Berliner dem Spielverlauf selbst nicht recht – so enthusiastisch wie sie ihre Tore bejubelten und sich gegenseitig herzten. Die Zahlen 6 (Eisbären) und 3 (Wolfsburg) standen nach 38 Minuten, jeder Menge Strafen und noch mehr Wirbel auf dem Videowürfel. Daniel Weiß, Laurin Braun und zweimal Darin Olver hießen die Torschützen auf Berliner Seite. Jetzt brauchten sich die Eisbären praktisch nur noch über das letzte Drittel zu retten. Und irgendwie schafften sie das trotz zweier Gegentore in der Schlussphase auch. Nur ganz am Ende wirkten sie dann doch ein wenig müde und schlapp.Katrin Schulze

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