• Tschechien - Frankreich: Der Weltmeister besiegt den EM-Finalisten von 1996 mit 2:1

Sport : Tschechien - Frankreich: Der Weltmeister besiegt den EM-Finalisten von 1996 mit 2:1

Youri Djorkaeff hat für Weltmeister Frankreich die Tür zum Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft ganz weit geöffnet und den tschechischen Traum von der erneuten Final-Teilnahme praktisch zerstört. Durch das 25. Länderspiel-Tor des erst nach der Pause eingewechselten Kaiserslauterer Spielmachers gewannen die Franzosen in Brügge ihr zweites Vorrundenspiel der Gruppe D gegen Tschechien mit 2:1 (1:1). Thierry Henry hatte die "Equipe Tricolore" nach einem kapitalen Fehler Petr Gabriels mit seinem zweiten EM-Tor bereits in der 7. Minute in Führung gebracht.

"Das Wichtigste ist, dass wir in der stärksten Gruppe sechs Punkte aus zwei Spielen geholt haben", freute sich Henry, der wie schon beim 3:0 gegen Dänemark zum besten Spieler des Matches gewählt wurde. Roger Lemerre lobte die Tschechen als unbequemen Gegner. "Es war sehr schwer, sich gegen diese perfekt organisierte Abwehr durchzusetzen", räumte der französische Trainer ein. Mit einem verwandelten Foulelfmeter war Karel Poborsky das 1:1 für die spielerisch überzeugenden, aber erneut unglücklich kämpfenden Tschechen gelungen, die in der 71. Minute Pech hatten, als ein Kopfball von Jan Koller gegen die Latte des französischen Tores krachte. Mittelfeld-Akteur Radek Bejbl resümierte: "Wir hatten nicht das Glück, das der Gegner hatte. Die Franzosen haben aus einem Minimum an Chancen das Maximum herausgeholt."

Ohne Bundesliga-Legionäre hatte der Weltmeister begonnen. Neben Djorkaeff, der aus taktischen Gründen zunächst auf der Bank Platz nahm und erst nach Wiederbeginn für Emanuel Petit aufs Feld kam, musste Trainer Roger Lemerre Bixente Lizarazu ersetzen. Der Bayern-Spieler hatte sich beim Aufwärmen vor dem Spiel eine Zerrung zugezogen. Nach dem unglücklichen Turnierstart gingen die Tschechen mit heißen Herzen in die Partie - und wurden von Henry eiskalt erwischt. Der Stürmer von Arsenal London sprintete in eine missglückte Rückgabe Gabriels und ließ Torhüter Pavel Srnicek keine Chance.

Der frühe Rückstand verunsicherte das Chovanec-Team. Glänzend dirigiert von Zinedine Zidane bekam der Weltmeister die Partie in den Griff. Nach einem herrlichen Pass des Weltfußballers von 1998 vergab der von den Tschechen kaum zu stoppende Henry das 2:0. Erst als sich Radek Bejbl der Bewachung von Zidane annahm, vermochte sich der Vize-Europameister vom Druck zu befreien und kam wieder stärker auf. Als ausgleichende Gerechtigkeit für den Strafstoß im Auftaktspiel gegen die Niederlande dürften die Tschechen den Elfmeterpfiff des englischen Schiedsrichters Poll empfunden haben, der nach einem Rempler von Didier Deschamps an Nedved unmittelbar vor der Strafraumgrenze erst auf Befragen seines Assistenten auf den Punkt zeigte. Poborsky verwandelte sicher zum Ausgleich.

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