Sport : TSCHECHIEN – PORTUGAL

Gruppe C, Zentralstadion Genf, 18 Uhr, live im ZDF

Marek Jankulovski und Jaroslav Plasil sind nicht zu beneiden. Die rechte Seite der Tschechen darf sich heute an einer Aufgabe versuchen, die in der vergangenen Saison noch so gut wie jeden zur Verzweiflung gebracht hat: Sie sollen Cristiano Ronaldo stoppen oder zumindest seine Kreise stören. Obwohl der Star der Portugiesen beim 2:0-Auftaktsieg gegen die Türkei noch nicht die ganze große Show, die von ihm bei dieser EM erwartet wird, abgeliefert hat, ist der Respekt bei den Tschechen groß. „Die Portugiesen spielen hervorragenden Angriffsfußball“, sagt Plasil. „Unsere Mannschaft muss zusammenarbeiten und in der Abwehr 100 Prozent geben, um erfolgreich zu sein.“

Im Duell der Sieger vom ersten Spieltag der Gruppe A geht es bereits um den Einzug ins Viertelfinale. Und damit um die besten Chancen auf den Gruppensieg, durch den man auch dem möglichen Sieger der Gruppe B, der deutschen Nationalmannschaft, aus dem Weg gehen können. „Deutschland hat eine großartige Mannschaft“, lobte der Portugiese Deco. Der gute Start ins Turnier hat die ohnehin hohen Erwartungen im Land des EM-Gastgebers von 2004 weiter steigen lassen. Mehr als 12 000 Fans verfolgten die Trainingseinheiten der Mannschaften in Neuchâtel, die Presse in der Heimat schwärmte von der Vorstellung im ersten Spiel. „Nächte wie diese lassen davon träumen, eines Tages endlich ein großes Turnier gewinnen zu können“, schrieb die Sportzeitung „A Bola“. Auch deswegen wird Trainer Luiz Felipe Scolari wohl kaum seine Startformation verändern. Nuño Gómez bleibt einziger Stürmer, im defensiven Mittelfelds bilden Petit und der junge João Moutinho das Bollwerk vor der sicheren Abwehrreihe um den Torschützen Pepe und Ricardo Carvalho. Tschechiens Trainer Karel Brückner könnte Routinier Tomas Galasek vom 1. FC Nürnberg opfern, um mit dem sieben Jahre jüngeren und schnelleren Radoslav Kovac die Spielfreude der Portugiesen einzudämmen. „Portugal spielt anders als die Schweiz. Sie sind viel offensiver, technisch gut und schnell“, sagte Brückner. In der Verteidigung vertraut Brückner wohl auf seine italienische Viererkette mit den Profis Grygera, Ujfalusi, Rozehnal und Jankulovski aus der Serie A. Für Vaclav Sverkos, den Schützen des 1:0-Siegtreffers gegen die Schweiz, bleibt auch diesmal vorerst nur der Platz auf der Bank und die Jokerrolle. Jan Koller wird voraussichtlich von Beginn an stürmen.

Schiedsrichter: Kyros Vassaras (Griechenland)

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