Sport : Tschechischer Kreisel

Beim 1:1 bereiten die Hamburger Fukal und Ujfalusi Dortmunds Ausgleich durch Jan Koller vor

Karsten Doneck

Hamburg. Es war ein Zusammenspiel wie in Tschechiens Nationalelf. Erst ließ Milan Fukal den Ball passieren, der hinter ihm postierte Tomas Ujfalusi leitete das Spielgerät per Kopf weiter auf Jan Koller. Und der staubte mit kraftvollem Einsatz ab zum 1:1. Die rein tschechische Koproduktion hatte nur einen Makel. Keinen unbedeutenden allerdings. Fukal und Ujfalusi dienen gewöhnlich dem Fußball-Bundesligisten Hamburger SV, und die Vorarbeit für das Tor ihres Landsmannes Jan Koller war alles andere als freiwillig. Der Hüne Koller steht seinerseits nämlich bei Borussia Dortmund unter Vertrag, und sein Tor sicherte dem noch amtierenden Deutschen Meister ein 1:1 (0:0) beim HSV in der mit 55 500 Zuschauern ausverkauften AOL-Arena.

„Ich war völlig überrascht, dass der Ball zu mir kam“, entschuldigte sich Ujfalusi hinterher für die landsmännische Hilfe für Koller. Erst zwei Minuten zuvor waren die Hamburger in Führung gegangen. Glücklich sicherlich, aber was zählt das schon? Bernd Hollerbachs Flanke segelte vor das Dortmunder Tor, dort stieß Bernardo Romeo den Ball per Kopf ins Tor. „Wir durften das Spiel danach nicht mehr aus den Händen geben, wir haben doch kaum Chancen zugelassen“, sagte HSV-Mittelfeldspieler Raphael Wicky.

Vielleicht hätte der HSV ja die verunsichert wirkenden Dortmunder auch selbst zu ein paar mehr Fehlern zwingen können. Zum Beispiel durch verstärkte Offensive. Gerade in der Schlussphase, als die Dortmunder auf zehn Mann reduziert waren. Torsten Frings, früh verwarnt, hatte für ein Foul an Ujfalusi an der Mittellinie Gelb-Rot gesehen. Wicky zeigte Verständnis dafür, dass der HSV trotz Überzahl nicht drauflos stürmte. „Mit zehn Spielern – da läuft der Gegner noch mehr, ist noch defensiver eingestellt, da muss man höllisch aufpassen, dass man nicht noch einen Konter einfängt“, sagte er. Beinahe wäre fünf Minuten vor Ende Romeo ein zweites Tor geglückt, der Ball flog aber an den Außenpfosten. „Unser Matchball“, bedauerte HSV-Trainer Kurt Jara. Dennoch haderte er nicht mit dem Unentschieden. „Für uns ist es wichtig, dass wir mal wieder ins internationale Geschäft kommen“, sagte er. Auch Raphael Wicky kann sich über die vergebenen Punkte nicht wirklich aufregen. „Wir wollen in den Uefa-Cup. Nur durch Euphorie von außen wurde bei uns das Gerede von der Champions Laegue hereingetragen.“

Die Dortmunder waren in dem phasenweise etwas hektischen Spielchen die technisch raffiniertere Elf. Doch Kunst half gegen HSV-Härte nicht. Der letzte Auswärtssieg der Schwarz-Gelben datiert vom 14. Dezember, ein 4:0 in Cottbus. Nach den jüngsten Misserfolgen des BVB hatte es intern zuletzt mächtig gekracht. Die deutlichen Worte zeigten Wirkung. „Zumindest die Einstellung hat wieder bei den meisten gestimmt“, sagte Trainer Matthias Sammer. Und beim Toreschießen half schließlich der Gegner.

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