TSG 1899 Hoffenheim - Borussia Mönchengladbach 2:1 : Hoffenheim zittert sich zum Sieg

Die TSG 1899 Hoffenheim holt gegen Borussia Mönchengladbach den ersten Heimsieg der Saison, muss nach einer 2:0-Führung zum Schluss aber noch einmal zittern.

von
Sebastian Rudy und Anthony Modeste klatschen sich ab. Foto: dpa
Sebastian Rudy (l.) konnte Torschütze Anthony Modeste noch vor dem Gang in die Kabine zu seinem 1:0-Führungstreffer...Foto: dpa

Der Fußball-Lehrer Markus Gisdol hat sich mittlerweile den Ruf erworben, ein Mann unkonventioneller Personalpolitik zu sein. Im Heimspiel der TSG Hoffenheim gegen Borussia Mönchengladbach 2:1 (1:0) festigte Gisdol seinen Ruf mit einer weiteren ungewöhnlichen Maßnahme weiter. Weil Roberto Firmino und Sejad Salihovic verletzt und gesperrt ausfielen und andere zuletzt beim 2:6 in Stuttgart schlecht spielten, bot der TSG-Cheftrainer am Sonntag vor 30.500 Zuschauern in der Rhein-Neckar-Arena den 29 Jahre alten Kai Herdling auf, der in Hoffenheim fast so etwas wie "Maskottchen-Status" erlangt hat.

2003 schoss der Mittelfeldspieler, bisher meist in der Regionalliga-Mannschaft eingesetzt, die Hoffenheimer Profis mit dem 3:2-Siegtor über Bayer Leverkusen ins Viertelfinale des DFB-Pokals. Herdling verließ die Hoffenheimer mehrmals, unter anderem nach Philadelphia in die US-League, kehrte aber immer wieder zurück. Diesmal gelang Herdling, der eine solide Leistung zeigte, kein Treffer. Das Spiel aber gewannen die Hoffenheimer trotzdem und landeten damit nach Unentschieden gegen Nürnberg und Freiburg ihren ersten Heimsieg. Anthony Modeste (45.) und Kevin Volland (54.) schossen die Hoffenheimer Tore. Für Mönchengladbach traf der eingewechselte Branimir Hrgota (75.). Die Borussia nutzte viele ihrer Chancen nicht und Hoffenheim musste in der Schlussphase um den Sieg zittern.

Die TSG 1899 Hoffenheim ging durch Modeste kurz vor der Halbzeit in Führung

Kurz vor der Pause kam der Sommerneueinkauf Anthony Modeste in einer bis dahin eher zähen Begegnung im Mönchengladbacher Strafraum frei zum Kopfball. Der Gladbacher Kapitän Filip Daems fälschte den Ball noch ab, was Torwart Marc-Andre ter Stegen jeden Chance nahm noch an den Ball zu kommen. Wenige Sekunden nach Modestes Treffer pfiff Schiedsrichter Christian Dingert zur Pause, so dass mancher Hoffenheimer Profi den Teamkollegen Modeste erst auf dem Weg in die Kabine beglückwünschen konnte.

Euro-Starter: Fünf Erfolge und eine Niederlage
Neuzugang Pierre-Emerick Aubamayang bewies vor dem Champions-League-Auftakt in Neapel seine Treffsicherheit und erzielte beim 6:2-Erfolg über den Hamburger SV zwei Tore. Foto: rtrWeitere Bilder anzeigen
1 von 12Foto: rtr
14.09.2013 17:37Neuzugang Pierre-Emerick Aubamayang bewies vor dem Champions-League-Auftakt in Neapel seine Treffsicherheit und erzielte beim...

Umwerfend verdient war die Führung zu dem Zeitpunkt nicht. Zu auffällig die Schwierigkeiten der Hoffenheimer im Spielaufbau ohne ihre Kreativen Firmino und Salihovic. Vielmehr waren es die Gladbacher, die als aktivere Mannschaft zu mehr Chancen kamen. Im Strafraum der Hoffenheimer aber stellte sich die Mannschaft von Lucien Favre eine Spur zu umständlich an. Vor allem der frühere Herthaner Raffael hätte gut daran getan, einige Male abzuspielen. Aus ihrem größeren Potential jedenfalls machten die Gladbacher zu wenig.

Borussia Mönchengladbach hat bisher kein Spiel bei der TSG 1899 Hoffenheim gewonnen

An Herdling oder der schlechten Statistik (Gladbach gewann bisher kein Spiel in Hoffenheim) kann es kaum gelegen haben, denn die auswärts in dieser Saison sieglosen Gladbacher hatten gegen eine nicht sicher wirkende Hoffenheimer Hintermannschaft viel Platz. Und das auch in der zweiten Hälfte als Juan Arango (51.) aus guter Position zu unkonzentriert abschloss oder Raffael (52.) an Koen Casteels scheiterte.

Nur zwei Minuten später traf U-21-Nationalspieler Kevin Volland für Hoffenheim sogar zum 2:0 (54.). Wie leicht sich der als designierter A-Nationalspieler gehandelte Volland gegen seine Abwehrspieler durchsetzte und aus spitzem Winkel den Innenpfosten traf, dürfte Borussias Coach Favre nicht besonders gefallen haben. Nach dem Anstoß trat das "Gladbacher Problem" erneut auf. Das Zuspiel auf Raffael, der frei im Strafraum stand, kam nicht an. Vor allem in der Schlussphase war auf der Gladbacher Bank Haare raufen angesagt, denn die Borussen ließen unzählige Chancen aus.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben