• Türkei im EM-Viertelfinale: Tausende im Siegestaumel - Bei Jubelfeiern Kind angeschossen

Sport : Türkei im EM-Viertelfinale: Tausende im Siegestaumel - Bei Jubelfeiern Kind angeschossen

Zehntausende Türken haben in der Nacht zum Dienstag den Einzug ihrer Mannschaft ins Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft gefeiert. Schon vor dem Abpfiff des Spiels gegen Belgien (2:0) strömten in der Türkei die Menschen auf die Straßen. Neben Böllerschüssen und Feuerwerkskörpern wurden erneut auch scharfe Freudenschüsse abgegeben. Im südtürkischen Adana wurde dabei ein Kind von einer Kugel getroffen und verletzt. Auch in Belgien feierten tausende türkischer Fußballfans ausgelassen den größten Erfolg in der 77-jährigen Verbandsgeschichte. Bei kleineren Ausschreitungen an verschiedenen Stellen in der belgischen Hauptstadt gingen Schaufensterscheiben zu Bruch. Die Polizei griff energisch durch und nahm mehrere Unruhestifter fest. Ernsthaft verletzt wurde aber nach Angaben der Polizei niemand. Auch in Antwerpen kam es zu Zusammenstößen, bei denen die Beamten Wasserwerfer und Tränengas einsetzten.

Die Polizei hatten aus Sicherheitsgründen die historische Grand-Place im Herzen Brüssels geschlossen. Wegen drohender Überfüllung des Platzes könnten die Sicherheits- und Hilfskräfte in Notfällen möglicherweise nicht auf den Platz gelangen, hieß es zur Begründung. Die feiernden Fußballfans wichen deshalb zur nahe gelegenen Börse aus.

Mit ihrem energischen Vorgehen setzte sich die Polizei nach Medienberichten offenbar über eine Anweisung des Brüsseler Bürgermeisters Francois Xavier de Donnea hinweg. Dieser hatte verlangt, dass sich die Sicherheitskräfte zurückhalten, um die Fans nicht zu provozieren.

Die große Mehrheit der türkischen Fans, die auch in Brüssel zu Hause ist, strömte nach dem Sieg im Stadtteil Saint-Josse auf die Straßen. "Das Allergrößte ist die Türkei", rief die Menge in Sprechchören. Der Verkehr kam dort zum Erliegen.

In Antwerpen gerieten belgische Fans und Sicherheitskräfte aneinander. Die Randalierer bewarfen die Polizei mit Flaschen und Steinen. Diese setzte Wasserwerfer und Tränengas ein. Nach kurzer Zeit hatte sich die Lage beruhigt.

Fast alle türkischen Zeitungen berichteten am Dienstag auf Seite eins über das fast schon nicht mehr erwartete Weiterkommen der Nationalmannschaft. "Die schönste Nacht", titelte "Hürriyet" und bejubelte die "prächtige Nacht, die prächtigen Fans, die prächtige Mannschaft und das prächtige Ergebnis". "Milliyet" feierte den "historischen Sieg". "Lasst Euch küssen", schrieb "Sabah".

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