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Türkiyemspor vs. TuS Makkabi : Rabbi Alter zu Gast beim Kick für Toleranz

17.09.2012 14:44 Uhrvon
Sonntagsausflug. Der Rabbiner Daniel Alter (r.) schaut sich gemeinsam mit Grünen-Politiker Özcan Mutlu ein Fußballspiel einer türkischen gegen eine jüdische Mannschaft an.Bild vergrößern
Sonntagsausflug. Der Rabbiner Daniel Alter (r.) schaut sich gemeinsam mit Grünen-Politiker Özcan Mutlu ein Fußballspiel einer türkischen gegen eine jüdische Mannschaft an.

Der Rabbiner Daniel Alter wurde vor wenigen Wochen in Berlin verprügelt. Er ist nun stadtbekannt, seine Kippa trägt er noch immer, demonstrativ – und wirbt für Toleranz. Zum Beispiel bei einem Fußballspiel in Kreuzberg. Ein Ortstermin.

Um halb drei muss Daniel Alter gehen. Die Tochter wartet am Bahnhof, dann geht’s kurz nach Hause und abends in die Synagoge. Rosch ha-Schana steht an, das jüdische Neujahrsfest. Also drückt er Özcan Mutlu die Hand und sagt: "Wäre doch schön, wenn wir uns mal ein Fußballspiel ohne diesen Schatten anschauen könnten. Ganz in Ruhe mit einer Tüte gerösteter Kürbiskerne." In diesem Moment fällt das Tor. 1:0 für Türkiyemspor, es wird ein bisschen lauter unterm Kreuzberg und Özcan Mutlu sagt: "Wenn du jetzt gehst, denken alle, du bist ein schlechter Verlierer." Allgemeines Gelächter.

Daniel Alter hängt noch ein paar Minuten dran.

Sonntagnachmittag in Kreuzberg. Siebter Spieltag der sechstklassigen Berlin-Liga. Türkiyemspor gegen TuS Makkabi. Muslime gegen Juden. Die Sonne steht hoch über dem Stadion an der Katzbachstraße, aber der Schatten, von dem Daniel Alter spricht, er ist allgegenwärtig. Seit diesem 28. August, als der Berliner Rabbiner mit seiner Tochter an der Hand und der Kippa auf dem Kopf durch Friedenau spazierte und von vier Jugendlichen angesprochen wurde. "Bist du Jude?" – "Ja". Und schon landete eine Faust in Alters Gesicht.

Der Jochbeinbruch ist nach drei Wochen gut verheilt, und die Kippa trägt der Rabbi immer noch und demonstrativ in der Öffentlichkeit. Auch an diesem Sonntag in Kreuzberg liegt die für den Fall der Fälle mitgebrachte Baseballkappe ungenutzt zwischen seinen Füßen. "Es gibt schon ein paar Orte in Berlin, da gehe ich nur mit dieser Kappe hin", sagt Alter. "Aber dieses Stadion gehört nicht dazu." Und: "Ich habe nicht den Eindruck, dass ich hier unter Antisemiten bin." Özcan Mutlu nickt und bufft ihm zustimmend in die Seite.

Bildergalerie: Mit einem Kippa-Flashmob gegen Antisemitismus

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