Turbine Potsdam : Trauriger Abschied

Turbine Potsdams Torfrau Nadine Angerer hat einen traurigen letzten Tag bei Turbine Potsdam erlebt. Sie kassierte gegen den 1. FFC Frankfurt einen Treffer, ihr Verein flog aus dem DFP-Pokal.

Katrin Schulze[Potsdam]

Es war ein schmerzliches Gegentor. Nadine Angerer griff hinter sich, nahm den Ball und schimpfte. „Natürlich ärgert es mich“, sagte die Torhüterin von Turbine Potsdam später. „Die einzige richtige Chance des Gegners, und ich konnte sie nicht abwehren.“ Der Frust über das 0:1 gegen den 1. FFC Frankfurt im Viertelfinale des DFB-Pokals war Angerer deutlich anzumerken. Für die Fußballerin war es gleich doppelt schmerzhaft. Denn der Treffer hatte nicht nur das Ausscheiden Turbines im für die Frauen so lukrativen DFB-Pokal zur Folge, sondern war gleichzeitig auch ein trauriger Abschied aus Potsdam. „Es war eine emotionale Woche, aber jetzt freue ich mich auf die neuen Aufgaben“, sagte Nadine Angerer. Bereits heute befindet sie sich auf dem Weg nach Schweden, wo sie künftig bei dem Erstligisten Djurgarden Stockholm im Tor stehen wird.

„Der Weggang von Nadine ist menschlich wie sportlich ein großer Verlust für uns“, sagt Potsdams Trainer Bernd Schröder. „Sie hat die Funktion als Führungsspielerin optimal ausgefüllt.“ Auch deshalb stellte er die 29 Jahre alte Torfrau bei der, laut Schröder, „wichtigsten Begegnung des Jahres“ gegen Frankfurt nach achtwöchiger Verletzungspause erstmals wieder auf. Doch der entscheidende Impuls auf ihre Mannschaftskolleginnen blieb beim Spiel zwischen den Pokalsiegerinnen der letzten neun Jahre aus: Zwar erarbeitete sich Turbine in einer „niveauarmen Partie, die mit Fußball wenig zu tun hatte“, wie Trainer Schröder fand, vor 1380 frierenden Zuschauern im Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadion einige Chancen, das einzige Tor aber fiel auf der anderen Seite. Die ehemalige Potsdamerin Karolin Thomas erzielte in der 18. Spielminute mit einem schönen Schuss ins rechte Tordeieck den 1:0-Endstand. Nadine Angerer war machtlos. „Natürlich wäre ich lieber mit einem Sieg abgetreten“, sagte sie. So sei die Stimmung ein wenig getrübt.

Ganz anders sahen das die Frankfurterinnen. Insbesondere eine, die gestern zum letzten Mal im Dress des FFC auflief: Steffi Jones. Anders als Angerer wechselt die 34-jährige langjährige Nationalspielerin nicht den Verein, sondern den Beruf. „Es tut gut, als Siegerin seine Karriere zu beenden“, sagte Jones nach dem Erfolg ihrer Mannschaft. In ihrer neuen Rolle als Chefin des Organisationskomitees für die Frauen-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland hatte Jones am gestrigen Nachmittag aber auch noch eine Botschaft für ihre ehemalige Nationalmannschaftskollegin aus dem Tor. „Eigentlich brauchen wir Typen wie Nadine Angerer hier, um den Frauenfußball voran zu bringen“, sagte Steffi Jones. „Aber natürlich wünsche ich ihr viel Glück in Schweden.“

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