Sport : TV-Rechte, Korruption und die Fifa Auftakt im Prozess

gegen ehemalige Manager

Zug - Zu Beginn des Prozesses gegen sechs ehemalige Manager des Sportrechte-Vermarktungskonzerns ISMM/ISL hat die Staatsanwaltschaft in Zug (Schweiz) Freiheitsstrafen von drei bis zu viereinhalb Jahren gefordert. Die Anklage wirft den Managern Vermögensdelikte in Höhe von mehr als 100 Millionen Franken (rund 64 Millionen Euro) vor. Die Verteidiger verlangten Freisprüche. Im Laufe des Verfahrens dürfte es auch um das Beziehungsgeflecht zwischen dem Fußball-Weltverband Fifa und der Sportrechteagentur gehen.

Angeblich soll die ISL hohe Geldbeträge an wichtige Fifa-Funktionäre gezahlt haben, um sich lukrative Marketingrechte zu sichern. „Die Staatsanwaltschaft hat bereits im vergangenen Jahr erklärt, dass nur gegen ISMM-Mitarbeiter Anklage erhoben werde. Fifa-Offizielle seien von diesem Verfahren nicht betroffen“, sagte Fifa-Sprecher Andreas Herren dazu. Zum Auftakt am Dienstag standen Fragen zur Organisationsstruktur und zum Informationsfluss innerhalb des Konzerns ISMM/ISL im Zentrum. Konkret interessierte das Gericht, welche Personen von den getätigten Zahlungen Kenntnis hatten. Der Prozess kann mehrere Wochen dauern.

Allein für die Fifa belief sich der Umsatz des Konzerns für Marketing und TV-Rechte auf einen Wert von 2,2 Milliarden Franken (1,4 Milliarden Euro). 2001 musste die Gruppe nach Verlusten von mehreren hundert Millionen Franken Konkurs anmelden. dpa

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