U-21-EM : Deutschland zittert sich ins Halbfinale

Mit einer 0:1-Niederlage gegen Italien rutscht das deutsche U-21-Team als bester Gruppenzweiter der Vorrunde bei der EM ins Halbfinale - dort geht es gegen England.

Halbfinale, oho! Die deutschen Spieler Niklas Stark (l-r), Marc-Oliver Kempf, Maximilian Philipp und Davie Selke wollen sich nach dem Spiel gegen Italien nicht so recht freuen. Foto: Jan Woitas/dpa
Halbfinale, oho! Die deutschen Spieler Niklas Stark (l-r), Marc-Oliver Kempf, Maximilian Philipp und Davie Selke wollen sich nach...Foto: Jan Woitas/dpa

Die deutsche U21-Nationalmannschaft hat bei der Europameisterschaft in Polen den Sprung ins Halbfinale geschafft. Das Team von Trainer Stefan Kuntz kassierte am Samstag im letzten Gruppenspiel gegen Italien in Krakau zwar eine 0:1 (0:1)-Niederlage, qualifizierte sich aber als bester Gruppenzweiter für die Runde der letzten Vier. Im Halbfinale trifft die deutsche U21 nun auf England. Die zweite Begegnung im Halbfinale bestreiten Spanien und Italien. Beide Spiele werden am Dienstag ausgetragen.

Federico Bernardeschi vom AC Florenz erzielte vor 14 039 Zuschauern das entscheidende Tor für den U21-Rekordchampion (31. Minute), der als Sieger der Gruppe C im Halbfinale auf Topfavorit Spanien trifft. Wegen der zwei Siege zuvor gegen Tschechien und Dänemark reichte es für die deutsche Elf trotz der knappen Niederlage zum Halbfinale. Damit sind Max Meyer, Serge Gnabry, Davie Selke und Co. nun nur noch zwei Schritte vom ersehnten ersten U21-Titel seit acht Jahren entfernt. Nach der Leistung vom Samstag sind sie aber womöglich doch recht weit vom Titel entfernt.
Trainer Kuntz schickte im Gruppenfinale die gleiche Startelf wie in den beiden vorherigen EM-Spielen aufs Feld. Die DFB-Junioren begannen die Partie eher abwartend, während Italien in dem Bewusstsein, einen Sieg für das Weiterkommen zu benötigen, gleich den Weg nach vorne suchte. Nach sechs Minuten traf Marc-Oliver Kempf nach einem Freistoß von Maximilian Arnold ins Tor, Schiedsrichter Slavko Vincic aus Slowenien entschied aber auf Abseits - eine umstrittene, aber wohl richtige Entscheidung.

Es entwickelte sich ein offenes Spiel mit Vorteilen für Italien


Deutschland tat nun etwas mehr nach vorne, Italien - für Kuntz der „Topfavorit“ in der Gruppe - versteckte sich aber auch nicht. Einen Kopfball von Kapitän Marco Benassi hielt DFB-Keeper Julian Pollersbeck ohne Probleme (13.), sieben Minuten später partierte der Torhüter vom 1. FC Kaiserslautern erneut gleich zweimal stark.
Es entwickelte sich ein offenes Spiel mit Vorteilen für Italien. Kempf stoppte Mattia Caldara kurz vor dem Strafraum und sah Gelb, der Freistoß von Bernardeschi segelte am Tor vorbei (26.). Die Azzurrini wurden nun wieder stärker und drückten auf den Führungstreffer. Nach einem Fehler von Stark und Mahmoud Dahoud im Spielaufbau traf dann Bernardeschi frei vor Pollersbeck zum 1:0 für die Italiener.
Ein weiterer Gegentreffer hätte nun das Aus für die DFB-Elf bedeutet. Die Mannschaft reagierte geschockt und war in der immer hitziger werdenden Partie um Spielkontrolle bemüht. Der deutsche Nachwuchs war vor allem bei Standardsituationen gefährlich und tat sich ansonsten schwer gegen die italienische Defensive um Juves Daniele Rugani.
Zwischendurch durfte gerechnet und gezittert werden beim deutschen Team: Bei einer höheren Niederlage wären die Deutschen ausgeschieden, dann hätte die Slowakei als bester Gruppenzweiter das Halbfinale erreicht. Und hätte neben Italien auch noch Tschechien das parallel stattfindende Spiel gegen Dänemark gewonnen, dann wäre es rechnerisch zu einem Dreiervergleich zwischen Deutschland, Italien und Tschechien gekommen. Aber die Tschechen verloren überraschend 2:4 gegen die Dänen. Tsp/dpa

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