U-21-Europameisterschaft : Deutschland erfüllt nur die Pflicht

Deutsches U-21-Team siegt glanzlos 2:0 über Finnland. Gegen England genügt nun ein Unentschieden zum Weiterkommen.

Gregor Derichs

Halmstad - Benedikt Höwedes bekam einen Pokal, der größer war als die Trophäe für den Turniersieg. Die Europäische Fußball-Union hatte den Profi von Schalke 04 zum „Man of the Match“ gekürt. Dass damit ein Verteidiger offiziell bester Spieler war, passte zu dem glanzlosen Arbeitssieg, den die deutschen Junioren am Vorabend des schwedischen Mittsommer-Festes bei der U-21-Europameisterschaft errungen haben. Mit dem 2:0 (0:0) gegen Finnland im zweiten Gruppenspiel in Halmstad schuf das Team von Trainer Horst Hrubesch die gute Voraussetzung zur Teilnahme am Halbfinale, kam aber nicht ansatzweise an die gute Leistung beim 0:0 gegen Spanien zum EM-Start heran. Zum Weiterkommen reicht ein Unentschieden, weil England 2:0 gegen Spanien gewann. Höwedes sagt: „Wir treten jetzt mit breiter Brust gegen England an und wollen gewinnen, um Gruppensieger zu werden.“

Höwedes, der die Mannschaft schon mit seinem Tor in der Nachspielzeit zum 1:0 im Play-off-Spiel in Metz gegen Frankreich zum Turnier geführt hatte, erzielte per Kopf das erste Turniertor für den DFB. Sein früherer Gelsenkirchener Teamkameraden Mesut Özil bediente ihn mit einem perfekten Freistoß. „Wir verstehen uns gut, auch auf dem Spielfeld. Wir sind ja auch schon in der Jugend zusammen Deutscher Meister geworden“, sagte Höwedes. Kurz nach der Führung folgte das 2:0 durch den Wolfsburger Ashkan Dejagah, erneut vorbereitet von Özil. Die Finnen hatten die Deutschen dominiert, scheiden aber nach der zweiten Niederlage im zweiten Gruppenspiel aus.

Wenn die Schwelle zum Semifinale am Montag an gleicher Stelle gegen England überschritten werden soll, müssen sich die DFB-Junioren deutlich steigern. „Ich bin heilfroh, dass wir gewonnen haben“, sagte Hrubesch, „ich weiß auch nicht, warum es nicht richtig lief, vor allem in der ersten Halbzeit.“ In der Pause brachte der 58-Jährige sein Team mit deutlichen Worten auf Kurs. Auch die Einwechslung von Patrick Ebert (Hertha BSC) für Dennis Aogo (Hamburg) zeigte positive Wirkung. Nach dem 2:0 baute das Team aber wieder ab. Die Pflicht war getan. Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw empfahl sich allein Mesut Özil für das A-Team.

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