Sport : U wie unnötig

Michael Rosentritt

Matthias Sammer und Oliver Bierhoff stehen für den letzten großen Triumph des deutschen Fußballs – den Europameistertitel 1996. Sammer war der führende Kopf der Mannschaft um Kapitän Klinsmann, Bierhoff erzielte im Finale das Golden Goal. Heute arbeiten beide an herausragenden Stellen des Verbandes, der eine, Sammer, als Sportdirektor, der andere, Bierhoff, als Manager der Nationalmannschaft.

Nun streiten sich beide, wer das Sagen über das erste Nachwuchsteam im Lande, die U 21, hat. Bundestrainer Löw und Bierhoff fühlen sich zuständig. Bis Sammer kam – übrigens gegen den Willen Bierhoffs, Löws und Klinsmanns, die in diesem Amt lieber einen früheren Hockeytrainer sahen, der inzwischen bei der TSG Hoffenheim untergekommen ist. Der DFB entschied sich für Sammer. Doch der jüngste deutsche Meistertrainer ist nicht weniger reformeifrig, als es seinerzeit Klinsmann war. Sammer hat die Nachwuchsarbeit des deutschen Fußballs sehr ehrgeizig – aber stets mit klarem, sachlichem Inhalt – modernisiert und ihr ein neues Konzept verpasst. Insofern hat er sich verdient gemacht. Dass er jetzt mehr Einfluss geltend machen möchte, ist verständlich – aber überbewertet. Weder auf dem Platz noch in der öffentlichen Wahrnehmung spielt es eine Rolle, wer das Sagen über die U 21 hat. Also: Jeder möge seine Arbeit gut machen. Die U 21 soll unter Hrubesch den Titel gewinnen, und Löw und Bierhoff müssen zusehen, dass ihre Mannschaft die WM 2010 in Südafrika erreicht. Beides wird schwer genug. Seite 21

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