Sport : Über Berlin zur WM

Pantelic will sich bei Hertha für Serbien empfehlen

Mathias Klappenbach

Berlin - Obwohl in der Bundesliga spielfrei war, hat in dieser Woche die halbe Mannschaft von Hertha BSC gewonnen. Die U-21-Nationalspieler Nando Rafael und Malik Fathi siegten gegen Wales und Österreich. Yildiray Bastürk erreichte mit der Türkei durch das 1:0 in Albanien die Play-offs zur WM gegen die Schweiz, und die Kroaten Josip Simunic und Niko Kovac qualifizierten sich direkt für die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland.

Das bringt gute Stimmung vor dem Bundesligaspiel bei Arminia Bielefeld (Samstag 15.30 Uhr). „Ich hoffe, dass die Nationalspieler ihre Euphorie auf die Bundesliga übertragen. Wir brauchen auch Euphorie“, sagt Trainer Falko Götz.

Noch wichtiger als die Erfolge der Nationalspieler war für Hertha aber der Erfolg eines anderen Spielers. Marko Pantelic hat es geschafft, seine Leistenverletzung in der Länderspielpause rechtzeitig auszukurieren, am Donnerstagnachmittag trainierte der Stürmer wieder mit der Mannschaft. Am Tag davor hat er mitverfolgt, wie sich Serbien-Montenegro durch das 1:0 gegen Bosnien-Herzegowina die Teilnahme an der WM sicherte. Mitgespielt hätte der Serbe aber auch dann nicht, wenn er fit gewesen wäre. „Ich freue mich darüber, dass sich mein Heimatland für die Weltmeisterschaft qualifiziert hat“, sagt Pantelic. Zwei Länderspiele hat der 27-Jährige bislang für Serbien-Montenegro bestritten, im Hinspiel gegen Bosnien-Herzegowina vor einem Jahr ist er eingewechselt worden, genauso ein paar Tage später gegen San Marino. Seitdem kam der ehemalige Kapitän von Roter Stern Belgrad nicht mehr zum Einsatz. „Ich habe momentan keinen Kontakt zum Nationaltrainer“, sagt Pantelic. „Mein Hauptaugenmerk gilt Hertha BSC.“

Hier hat der Angreifer schon nach fünf Spielen seine Rolle innerhalb der Mannschaft gefunden. „Er ist positiv extrovertiert“, sagt Manager Dieter Hoeneß. „Er ist ein sehr abgeklärter, raffinierter Stürmer.“ Dass Pantelic seine wichtigste Aufgabe erfüllen kann, hat er mit seinen beiden Toren in der Bundesliga gezeigt. Aber darauf möchte er seine Rolle nicht beschränken. „Ich denke, dass ich aufgrund meines Alters und meiner Erfahrung zum Kreis der Führungsspieler zähle“, sagt Pantelic.

Auch wenn er derzeit kein Nationalspieler ist, hat Pantelic, der auf dem Platz vom ersten Spiel an viel gestikulierte und seine Mitspieler anfeuerte, eine kleine Euphorie bei den Fans der Berliner ausgelöst. Er strahlt für jeden sichtbar aus, dass der derzeitige fünfte Tabellenplatz nur das Minimalziel in dieser Saison für Hertha ist. „Meine ersten Eindrücke haben sich bestätigt. Wir haben ein sehr gutes Team mit hervorragenden Einzelspielern“, sagt Pantelic. „Natürlich ist der FC Bayern am stärksten besetzt, aber dahinter sehe ich sechs, sieben Mannschaften, die sich um die internationalen Plätze streiten werden.“

Herthas Nationalspieler sind bereits euphorisiert. Neben seinem Anspruch, im Verein eine Schlüsselrolle einzunehmen, macht sich auch Marko Pantelic Hoffnungen, bei der Weltmeisterschaft in Deutschland im kommenden Jahr dabei zu sein. „Wenn ich im Verein meine Leistung bringe, kommt das andere von ganz alleine.“

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