Sport : Über England zum Gold - Deutsche Hockey-Damen stehen im Halbfinale

Mit einem hochverdienten 5:0 gegen Spanien sicherte sich das Team vorzeitig einen Platz unter den letzten Vier

Die deutschen Hockey-Damen müssen heute in ihrem letzten Gruppenspiel bei der 5. Feldhockey-Europameisterschaft gegen England auf Inga Möller verzichten. Die 26-jährige Stürmerin vom Berliner HC hatte sich am Montag gegen Spanien (5:0) den kleinen Finger der linken Hand gebrochen. Für Inga Möller, die im Halbfinale am Freitag möglicherweise schon wieder mitwirken kann, soll gegen England die Münchnerin Caroline Casaretto ins Team kommen. Das kündigte Bundestrainer Berti Rauth am Dienstag in Köln an.

Mit der hochverdienten 5:0 (3:0)-Torgala gegen Spanien feierten die Deutschen ihren vierten Sieg und stellten damit vorzeitig den Einzug ins Halbfinale sicher. Vor 1500 Zuschauern erzielten die Berlinerin Natascha Keller (4./12.), Britta Becker (16./45.) aus Rüsselsheim und die Mannheimerin Fanny Rinne (52., Siebenmeter) die Tore für das DHB-Team (12 Punkte). Die immer besser in Fahrt kommenden Britinnen (10) schafften zuvor einen 10:1 (3:1)- Kantersieg über die Ukraine, zu dem Tina Cullen (4) den Löwenanteil der Tore beisteuerte. "Die Mannschaft hat wie aus einem Guss gespielt. Nun können wir mit breitem Kreuz gegen England um den Gruppensieg kämpfen", freute sich Berti Rauth nach dem beeindruckenden Auftritt seines Teams. Er will nun Gruppen-Erster werden, um im Halbfinale dem Favoriten Niederlande aus dem Weg zu gehen. Die zweifache Torschützin Natascha Keller, die bei Beckers 4:0 auch noch den Schläger dran hatte, erklärte strahlend: "Es hat Spaß gemacht, bei der hohen Führung ein bisschen zu zaubern."

Am Rande der Titelkämpfe bestätigte DHB-Generalsekretär Frank Weingarten am Dienstag, dass der Deutsche Hockey-Bund eine kräftige Finanzspritze erhält. Nach zähen Verhandlungen zahlt ein DHB-Sponsor bis Anfang kommenden Jahres insgesamt 300 000 Mark in die Kasse des finanziell angeschlagenen Verbandes. 75 000 davon sind als Anzahlung bereits an den DHB geflossen.

Bei den restlichen 225 000 Mark handelt es sich um ausstehende Gelder für die Jahre 1998 und 1999 aus der vertraglichen Zusammenarbeit zwischen dem DHB und dem Sponsor, einem von sechs Hauptsponsoren-Poolmitgliedern beim Hockey-Verband. Das Unternehmen, ein amerikanischer Kunstrasenhersteller, hatte seine Zahlungen wegen "Vertragsreue" (Weingarten) vorübergehend eingestellt, weil es auf dem deutschen Markt bisher nicht so erfolgreich lief wie gewünscht.
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