Sport : Über Kalifornien zum Ostbahnhof

Die Eisbären bereiten sich global auf die Saison vor – und freuen sich auf das erste Spiel in ihrer neuen Halle

Katrin Schulze

Berlin - Mitten in der Stadt entsteht gerade eine neue Eisfläche. Die Kühlanlage ist längst fertig, jetzt folgt das Aufgießen der Flüssigkeit. In knapp zwei Wochen soll das Wasser einen ausreichenden Härtegrad erreicht haben, um auf Kufen darüber zu schlittern und ein paar Pucks durch die Gegend zu schießen. Eishockey im Hochsommer? Die neue Halle der Eisbären Berlin unweit des Ostbahnhofs macht es möglich.

Doch nicht nur mit der Unterlage haben die Vorbereitungen auf die neue Saison der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) in Berlin begonnen. Eigentlich kann man sogar sagen, dass die Eisbären nie richtig aufgehört haben, zu trainieren. „Wir haben unsere Spieler die ganze Pause über beobachtet und kontrolliert“, sagt Peter John Lee. Der Manager der Berliner fliegt heute zusammen mit vier seiner Profis in ein Fördercamp der Los Angeles Kings aus der amerikanischen Profiliga NHL, bei dem sich die Nationalspieler Alexander Weiß, Frank Hördler, André Rankel und Florian Busch vorbereiten. Constantin Braun, der das Camp schon in den letzten beiden Jahren absolviert hatte, fehlt dieses Mal wegen einer Schulteroperation. Einer der Profis dürfte vielleicht sogar darauf hoffen, den Rückflug aus Kalifornien zu verpassen. Denn Florian Busch, der in der abgelaufenen Saison einen Dopingtest zunächst verweigert hatte, wartet immer noch auf ein gültiges Strafmaß für diesen Fauxpas.

Weil sich der Deutsche Eishockey-Bund und die Nationale Anti-Doping Agentur Nada uneinig waren, sollte der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) per ad-hoc-Schiedsgericht über die Sanktion entscheiden. „Ad-hoc“ hat sich mittlerweile zu fast zwei Monaten ausgeweitet – ein Termin für den Schiedsspruch ist bislang noch nicht bekannt. „Das ist alles ziemlich kompliziert und durcheinandergegangen“, sagt Manager Lee. „Wir selbst erhalten Informationen darüber nur aus zweiter oder dritter Hand. Aktuell wissen wir nichts Neues.“

Sollte Busch nachträglich doch noch mit einer Sperre belegt werden, könnte er wahrscheinlich trotzdem an dem Spielbetrieb der nordamerikanischen Ligen teilnehmen. Soweit ist es aber noch nicht. Und deshalb planen die Eisbären auch nicht mit diesem Ernstfall. Während alle anderen Mannschaften der DEL fast täglich mit neuen Transfers auf sich aufmerksam machen, hält sich der Deutsche Meister aus Berlin vornehm zurück. Lediglich den kanadischen Verteidiger Richie Regehr von den Frankfurt Lions haben die Eisbären verpflichtet – mehr Zugänge sind laut Manager vorerst nicht geplant. Dass nach der kommenden Spielzeit viele Verträge erfahrener Profis auslaufen, stört den Manager nicht. Schließlich haben die Eisbären eine „hervorragende Nachwuchsarbeit, durch die wir immer unsere Reihen füllen können“. Spieler wie Alexander Weiß oder Jens Baxmann würden dann perspektivisch in eine Führungsposition hineinwachsen.

Der Wachstumsprozess geht am 4. September los: Dann bestreiten die Eisbären in Köln ihre erste von einigen Auswärtspartien zu Saisonbeginn. Wann das erste Heimspiel stattfindet, entscheidet sich mit Bekanntgabe des DEL-Spielplans am Dienstag. Sicher ist nur, dass Tampa Bay Lightning aus der NHL mit dem ehemaligen Eisbären-Torwart Olaf Kölzig am 28. September für ein Gastspiel in der neuen Arena aufläuft.

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