Sport : Über Mainz an die Börse

2:0 – Kaiserslautern siegt im Rheinland-Pfalz-Derby

Oliver Trust

Kaiserslautern - Spät an diesem Abend, inmitten der Nebelwolken rund um den Betzenberg, konnte man sehen, wie Rene C. Jäggi jedem in den Vip-Logen des Fritz-Walter-Stadions um den Hals fiel, den er erwischen konnte. Der Vorstandsvorsitzende war am Ziel. Fast jedenfalls. Unten auf dem Rasen hatte der 1. FC Kaiserslautern gegen Mainz 05 mit dem 2:0 (1:0) den 20. Punkt der Saison im ersten rheinland-pfälzischen Derby der Bundesligageschichte eingefahren und war dadurch in der Tabelle auf Platz zwölf geklettert. Oben hatte Jäggi registriert, dass sich die Stimmung nach langen Wochen voller Niederlagen weiter besserte und er nun fest damit rechnen kann, sein Vorhaben durchzusetzen, den Klub in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Die jüngsten Erfolge des lange umstrittenen Trainers Kurt Jara werden wohl dabei helfen, dass die Mitglieder am 9. Dezember für Jäggis Pläne stimmen werden.

Zu Hilfe kamen Jäggi am Sonntag die meist überforderten Mainzer, die der Entschlossenheit der Gastgeber nichts entgegenzusetzen hatten. Das Lauterer Führungstor nach zwanzig Minuten erzielte der Gegner sogar gleich selbst. Kamil Kosowskis steilen Pass auf Ioannis Amanatidis schob der Mainzer Verteidiger Mathias Abel an seinem Torwart Dimo Wache vorbei ins Tor. 46115 Zuschauern jubelten, abzüglich der 17000 aus Mainz.

„Was die erste Mannschaft speziell in der ersten Halbzeit gespielt hat, war hervorragend“, sagte Jara. „Das war Leidenschaft und sehr guter Fußball.“ Nach einer Stunde gelang es seinem Team auch, selbst ein Tor zu erzielen: Kosowski traf nach einem schönen Pass von Sforza.

Von den Mainzern war bis auf eine kurze Offensive nach der Pause nicht viel zu sehen. Das war wohl auch der Grund dafür, dass Trainer Jürgen Klopp sich kurz vor Schluss so sehr aufregte, dass er auf die Tribüne verwiesen wurde. Später beruhigte er sich wieder. „Das Ergebnis geht in Ordnung“, sagte Klopp. „Zum einen war Kaiserslautern so gut und zum anderen waren wir schlecht.“

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