Über Twitter und im Stadion : Rassistische Attacken gegen englische Fußballer

Erneut wurden englische Fußballprofis Opfer rassistischer Angriffe - diesmal über den Kurzmeldungsdienst Twitter sowie bei einem Europa-League-Spiel in Italien.

John Obi Mikel vom FC Chelsea wurde nach der Champions-League-Partie am Mittwoch gegen Juventus Turin (2:2) offenbar von eigenen Fans über Twitter attackiert. Knapp 24 Stunden später gerieten drei Spieler von Tottenham Hotspur im Europa-League-Spiel gegen Lazio Rom (0:0) ins Visier rassistischer Fanatiker aus Rom. Nach übereinstimmenden englischen Medienberichten bekamen Jermain Defoe, Aaron Lennon und Andros Townsend Affenlaute aus dem Fanblock der Gäste zu hören. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat daraufhin noch am Freitag ein Disziplinarverfahren gegen Lazio Rom eingeleitet; am 18. Oktober wird sich die Kontroll- und Disziplinarkommission mit dem Fall befassen. Lazio droht eine Geldstrafe.

Die Klubs hatten die Vorfälle zuvor jeweils verurteilt. Der FC Chelsea bezeichnete die Attacke gegen Mikel beim Internetdienst Twitter als „absolut inakzeptabel und widerlich“. Zudem schaltete der Verein die Polizei ein. Für Tottenhams Trainer Andre Villas-Boas sei es „das oberste Ziel, Rassismus aus dem Fußball zu verbannen“.

Der nigerianische Mittelfeldspieler Mikel sperrte inzwischen sein Twitter-Profil, über das er nach Angaben seines Vereins Nachrichten mit rassistischen Sprüchen bekommen hat. Der Auslöser für die Attacken war ein Fehler, der beim Auftaktspiel in der Champions League gegen Juventus Turin zum 2:2 geführt hatte.

Liga-Konkurrent Tottenham will die Entscheidung über mögliche Sanktionen gegen den Klub des deutschen Nationalstürmers Miroslav Klose dem Europäischen Fußballverband (UEFA) überlassen. „Die Verantwortlichen der UEFA müssen entscheiden, ob sie Untersuchungen aufnehmen“, sagte Villas-Boas, der die Schmährufe nach eigener Aussage nicht gehört hat.

In den vergangenen Monaten hatte es im englischen Fußball bereits mehrere rassistische Vorfälle gegeben. Chelseas Kapitän John Terry beleidigte angeblich Anton Ferdinand von den Queens Park Rangers.

Liverpools Luis Suarez wurde nach einer rassistischen Äußerung gegen Patrice Evra von Manchester United gar acht Spiele gesperrt. Am vergangenen Sonntag hatte Ferdinand Terry den Handschlag beim Wiedersehen in der Premier League verweigert, Suarez und Evra treffen am kommenden Sonntag erneut aufeinander. (dapd)

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