• Übereinstimmende Lösung DFB zahlt im Fall Deisler eine Entschädigung an FC Bayern

Sport : Übereinstimmende Lösung DFB zahlt im Fall Deisler eine Entschädigung an FC Bayern

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Frankfurt (Main). Uli Hoeneß, der Manager des FC Bayern München, hatte einen hochroten Kopf, als er die Sitzung verließ. Vier Stunden lang hatten sie getagt, und vermutlich ist im Sitzungssraum irgendwann der Sauerstoff knapp geworden. Zornesröte war es jedenfalls nicht, die Hoeneß nach den Beratungen mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) in den Kopf geschossen war. Gerhard Mayer-Vorfelder, der Präsident des DFB, fasste die wichtigsten Ergebnisse in knapp zehn Minuten zusammen, und das Wort, das in seinen Ausführungen am häufigsten vorkam, war „übereinstimmend". Dabei waren es brisante Themen gewesen, um die es in den Gesprächen gegangen war.

Zunächst stand die Causa Deisler an. Sebastian Deisler hatte sich im Mai im Länderspiel gegen Österreich das Knie verletzt und fällt bis mindestens Ende des Jahres aus. Zum Zeitpunkt der Verletzung stand Deisler noch bei Hertha BSC unter Vertrag, seit dem 1. Juli aber ist er Angestellter des FC Bayern München. Weil die Bayern für ihre Gehaltszahlungen an Deisler immer noch keine sportliche Gegenleistung erhalten haben, haben sie eine Entschädigung vom DFB verlangt. Das Spezielle an diesem Fall ist, dass Deisler vom Moment seines Vereinswechsels an nicht mehr versichert war, sein Gehalt also nicht mehr von der Versicherung gezahlt wurde, sondern von den Bayern. Mayer-Vorfelder berichtete, beide Seiten hätten „eine übereinstimmende Lösung gefunden, um diesen Fall einer Lösung zuzuführen". Einzelheiten könne er natürlich nicht nennen.

De facto werden die Bayern eine Entschädigung erhalten, die den guten Willen des DFB dokumentiert, jedoch deutlich niedriger ist als die in der Öffentlichkeit vor den Verhandlungen genannten zwei Millionen Euro. Es handle sich um eine einmalige Zahlung, mit der die Ansprüche der Bayern abgegolten seien, sagte Mayer-Vorfelder. Zudem stelle der Kompromiss sicher, „dass kein Präzedenzfall daraus entsteht". Auch deshalb wollen die Deutsche Fußball-Liga und der DFB eine Arbeitsgruppe einsetzen, die Versicherungs-Lücken aufspüren soll, wie sie sich jetzt im Fall Deisler offenbart haben.

In Fragen der Vermarktung wollen der DFB und die Bundesligavereine künftig „versuchen, Problemstellungen auszuräumen". Ob hinter dieser Sprachregelung eine praktikable Lösung verborgen ist, scheint zumindest fraglich. Auch in dieser Frage hatten die Münchner den Streit ausgelöst. Ihre Nationalspieler müssen im Nationaltrikot für den DFB-Sponsor Mercedes und damit einen Konkurrenten des Bayern-Sponsors Audi werben. Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende der Bayern, sagte, die Bundesligaklubs seien „nicht daran interessiert, dass der DFB kein Sponsoring mehr betreibt". In Zukunft werden sie aber wohl zumindest bei der Auswahl der Werbepartner mitreden können. Ein Vetorecht der Liga gibt es jedoch nicht. Stefan Hermanns

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