Übergriff auf Ballack : Podolski bestraft sich selber

Nach seinem respektlosen Übergriff gegen Kapitän Michael Ballack hat Lukas Podolski ein Fehlverhalten eingeräumt und wird nach der entgangenen Strafe durch den Bundestrainer 5000 Euro für eine Fair-Play-Aktion spenden

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Handfeste Kritik. Podolski schlägt Ballack im Spiel gegen Wales. Foto: dpa

München. Der 23-Jährige habe eingesehen, dass seine Attacke gegen Ballack im WM-Qualifikationsspiel gegen Wales „falsch war und das Team in Misskredit gebracht“ habe, teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Freitag mit. DFB-Präsident Theo Zwanziger sprach von einer „guten und richtigen Geste angesichts seines inakzeptablen Verhaltens“.

Podolski muss nach seiner „öffentlichen Geste“ (Team-Manager Oliver Bierhoff) auch keine Sanktionen des Weltverbandes Fifa befürchten. Denn für seine Unsportlichkeit beim 2:0-Sieg in Cardiff gegen Ballack hätte ihm Schiedsrichter Terje Hauge (Norwegen) auch die Rote Karte zeigen können. „Nach Untersuchung der bislang vorliegenden Informationen zum Spiel Wales - Deutschland liegen keine Anzeichen vor, die ein weiteres Vorgehen von Seiten der Fifa in der genannten Auseinandersetzung erfordern“, teilte der Weltverband mit.

Nach DFB-Angaben unterrichtete Podolski Bierhoff am Freitag über seine Spenden-Entscheidung, nachdem er noch einmal über sein Verhalten nachgedacht hatte. Zuvor hatte Zwanziger in einem Gespräch mit der Führung der Nationalmannschaft seine Missbilligung der öffentlichen Auseinandersetzung zwischen Podolski und Ballack zum Ausdruck gebracht, wie der Verband mitteilte. Der DFB-Chef schätzte demnach zwar die Schnelligkeit und Weitsicht, mit der Löw und Bierhoff in der Nacht nach dem Spiel auf das Fehlverhalten von Podolski reagiert hätten, doch er müsse als DFB-Präsident auch darauf achten, dass die Nationalelf ihrer Aufgabe als Aushängeschild des deutschen Fußballs gerecht werde.

Stadiongast Zwanziger reagierte auch auf das große Medien-Echo und ein Studium der Fernsehbilder: „Vor Ort musste man zunächst von einer Meinungsverschiedenheit zweier Mitspieler ausgehen, wie sie immer mal wieder vorkommen kann und wird. Dieser Fall liegt aber natürlich gänzlich anders. Bei allem sportlichen Erfolgstreben ist es die Pflicht des Teams, als Botschafter für Toleranz, Fairness und Gewaltlosigkeit einzutreten. Solche Szenen geben ein fatales Bild für das Team und insbesondere auch für den einzelnen Spieler ab.“

DFB-Sportdirektor Matthias Sammer äußerte sich in Leipzig ähnlich: „Für die Nationalmannschaft sind Joachim Löw und Oliver Bierhoff verantwortlich und deshalb will ich es auch nach außen nicht sonderlich bewerten und beurteilen. Ich sage aber in meiner Verantwortung für den Nachwuchs, dass das kontraproduktive Signale waren, die ich nicht gerne sehe.“ dpa

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