Sport : Überholen leicht gemacht

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Christian Hönicke über neue Reformvorschläge in der Formel 1

Es gibt Ratschläge, die geben alle Großmütter ihren Enkeln mit auf den Weg. „Erst mal bis 25 zählen, bevor man eine Entscheidung trifft“, ist so einer. Anscheinend haben Max Mosley und Bernie Ecclestone sich der Worte ihrer Omas erinnert. Noch vor zwei Wochen hatten der Präsident des AutomobilWeltverbands Fia und der Formel-1-Chef recht kopflos gewirkt, als sie versuchten, die Formel 1 durch Reformen wieder spannend zu machen. Jetzt, wo der Wirbel vorbei ist, können sie wieder klare Gedanken fassen.

Laut „auto, motor und sport“ soll das Duo dem Weltrat der Fia, der am 13. Dezember die Reformen durchwinken soll, weitere Änderungen vorgeschlagen haben. Die würden mehr bewirken als alle kürzlich beschlossenen Maßnahmen wie die Änderung des Punktesystems. Unter anderem wollen die beiden ab 2004 die Rillenreifen verbannen und die Boliden von 1,80 auf 2 Meter verbreitern. Das heißt: Es darf wieder überholt werden. Zurzeit ist es wegen der empfindlichen Aerodynamik nämlich unmöglich, dicht hinter dem Vordermann herzufahren. Wenn die Autos durch die profillosen Slicks mehr direkte Asphalthaftung hätten, würde die Bedeutung der Aerodynamik sinken und man könnte wieder näher heranfahren. Die breiteren Autos würden auf Geraden zudem mehr Windschatten bieten und dadurch besser überholt werden können. Die Folge: mehr Action, mehr Zuschauer, mehr Sponsoren.

Das haben in einem Moment der Ruhe nun auch Mosley und Ecclestone begriffen. Hätten sie gleich auf ihre Omas gehört, wären so sinnfreie Vorschläge wie Strafgewichte gar nicht erst aufgekommen.

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