Sport : Überleben – für ein paar Tage

TeBe hat zumindest Geld für das Insolvenzverfahren

Frank Bachner

Sebastian Schütz ist selber überrascht. Drei TeBe-Anhänger haben jeweils 1000 Euro auf das Spendenkonto zur Rettung von Tennis Borussia Berlin eingezahlt. Ein Reihe weiterer, kleinerer Spenden kam dazu, und damit dürfte der hoch verschuldete Klub zumindest die nächsten Tage überleben. Schütz, der TeBe-Aufsichtsratsvorsitzende, kann nun die 25 000 Euro bezahlen, die nötig sind, damit überhaupt am 1. Juni das Insolvenzverfahren gegen den Klub eröffnet werden kann. „Das Geld wird überwiesen“, sagt Schütz. Wenn nicht, würde der Klub aus dem Vereinsregister gestrichen. Doch TeBe ist nur dann gerettet, wenn die Gläubiger mitspielen. „Wir können nur 10 bis 15 Prozent der Schulden bezahlen“, sagt Schütz. Ist das den Hauptgläubigern wie Finanz- oder Arbeitsamt zu wenig, droht das Aus. Schütz hofft immer noch auf Geld aus dem Transfer von Müslüm Can zu Spor Altay. 100 000 Euro waren ursprünglich vereinbart, mit 50 000 wäre Schütz jetzt zufrieden. Der TeBe-Funktionär verhandelt und sagt: „Es sieht gut aus.“ Aber seit 2002 ein Scheck von Altay geplatzt ist, heißt das gar nichts. Außerdem müssten die Großgläubiger diesen 50 000 Euro zustimmen. Die Gläubiger kann der Insolvenzverwalter aber erst fragen, wenn er ein Verfahren eingeleitet hat. Erstmal stehen aber weiter Ausgaben an. Weil TeBe in der Oberliga am Sonntag gegen Rostock nicht antrat, droht eine Geldstrafe bis zu 5000 Euro. Und, noch schmerzhafter, ein Punkteabzug für die nächste Saison.

Schütz aber denkt auch schon an die Zukunft. Mehr Bedeutung für die Jugendarbeit, weniger Geld für das Fußball-Oberliga-Team, so sieht die Planung aus. Freilich: Mit Ausnahme von Sebastian Radtke hat kein Spieler einen Vertrag, der über den 30. Juni hinaus läuft. Nur eins ist geklärt: Der Ex-Hertha-Profi Theo Gries trainiert das Oberliga-Team in der nächsten Saison. Vorausgesetzt natürlich, TeBe gibt es dann überhaupt noch.

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