Sport : Überlegen verloren

Die Hockey-Damen des Berliner HC scheitern an Hamburg

Markus Tischler

Hamburg. Es war ein Bild, das ein wenig an die Fußball-Weltmeisterschaft 1990 erinnerte. Die Minuten nach dem Sieg der DFB-Auswahl im Endspiel gegen Argentinien, als Franz Beckenbauer allein und gedankenverloren über den Rasen im Olympiastadion von Rom schritt. Der Kaiser im Augenblick des stillen Triumphes. Als Friedel Stupp auf der Hockeyanlage des Club an der Alster den Platz betrat, hatte auch er den Kopf gesenkt, war auch er allein in Gedanken. Doch nach dem 2:3 des Berliner HC im Halbfinale der deutschen Meisterschaft gegen Klipper Hamburg durch das Golden Goal von Anneke Böhmert war der Trainer im Gegensatz zu Beckenbauer ziemlich sauer.

Nichts ist es schließlich geworden mit der Revanche. Vor gut einem Jahr hatte eine 3:0-Führung zur Pause im Halbfinale gegen die Hamburgerinnen nicht gereicht, um ins Endspiel zu kommen. Diesmal führte Stupps Team nach 35 Minuten 2:1, doch Klipper wurde erneut zum Stolperstein für die Berlinerinnen. Dieses Mal allerdings schon in der Verlängerung und nicht erst im Siebenmeterschießen. Was unterm Strich egal ist. Verloren ist verloren.

Freilich hätte das wie schon beim letzten Mal nicht sein müssen. Der Berliner HC war in der ersten Halbzeit besser. Und er dominierte in der letzten Viertelstunde der regulären Spielzeit ebenso das Geschehen. „Es waren am Ende Kleinigkeiten, die diese Partie entschieden haben. Zwei, drei Fehler rächen sich eben“, sagte der Trainer. Die Berlinnerinnen ließen viele Möglichkeiten ungenutzt. Von acht Strafecken wurde nur eine verwandelt, als Janina Totzke den abgewehrten Schuss von Natascha Keller zum 1:1 abstaubte (12.).

Klippers Damen hatten gleich ihre erste Chance durch Böhmert (9.) genutzt. Nach Totzkes Ausgleich erhöhte Eileen Hoffmann nach einem Alleingang in der 28. Minute zum 2:1. Wieder war es Anneke Böhmert, die dieses Mal per Strafecke für Klipper zum 2:2 (40.) traf. In der elften Minute der Verlängerung setzte sich die Hamburgerin im Berliner Strafraum durch und drosch die Kugel zum 3:2-Sieg des Titelverteidigers ins Netz.

Das war der Grund für den Ärger von Trainer Stupp, der sich zuvor eine Verwarnung abgeholt hatte, weil er mit der Schiedsrichterleistung nicht einverstanden war. „Das ist ein großes Dilemma, dass die so schlecht pfeifen“, kritisierte er hinterher. Doch daran hat es nicht gelegen, dass der Berliner HC ausgeschieden ist. Er hat nur verpasst, das entscheidende Tor zu erzielen. Chancen genug waren da.

0 Kommentare

Neuester Kommentar