Sport : Überraschend leicht

EHC Eisbären schlägt den Favoriten Kölner Haie mit 4:1

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Von Claus Vetter

Berlin. Für Hans Zach brechen bei den Kölner Haien schwere Zeiten an, dies wurde spätestens am gestrigen Sonntagnachmittag im Sportforum Hohenschönhausen klar. Denn da hatte der EHC Eisbären mit dem amtierenden Meister der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) überraschend einfaches Spiel und gewann klar mit 4:1 (2:1, 1:0, 1:0).

Dass der Berliner Sieg sogar noch höher hätte ausfallen können, war auch Hans Zach nicht verborgen geblieben. Nach der dritten Niederlage in Folge gab sich der Tölzer reichlich zerknirscht. „Ich gratuliere den Eisbären zu ihrer sehr guten Mannschaft", sagte Zach. „Schön, dass hier die Zukunft nun in Berlin rosiger aussieht." Rosiger als andernorts? Etwa in Köln? In Zachs Worten schwangen ein wenig Sarkasmus und sehr viel Trotz mit.

Natürlich habe er „keine Probleme anzuerkennen, dass die Eisbären besser gewesen sind". Und von einem erhöhten Druck in Köln nach drei Niederlagen in Folge wollte Hans Zach auch nichts wissen. „Wir lassen uns hier nicht verrückt machen", sprach der Bundestrainer, der auch Köln trainiert.

Sein Pendant auf Seiten der Eisbären überraschte mit einer noch erstaunlicheren Analyse des Spieles. „Wir müssen noch besser spielen", sagte Pierre Pagé – ganz im Ernst. „Heute hatten wir zu viele Probleme mit den Bullys." Wenn verlorene Bullys das einzige Problem des Pierre Pagé sind, dann sollte es dem Trainer des EHC Eisbären derzeit eigentlich recht gut gehen. Am Sonntag demonstrierten die Eisbären gegen die phasenweise völlig überforderten Kölner wie schon in den beiden Heimspielen zuvor ihre erstaunlichen läuferischen und technischen Fertigkeiten.

Dabei hatte das Spiel für die Berliner eher holprig begonnen. Aus aktuellem Anlass hatten ein paar Eisbären-Fans mit einem großen Transparent im mit 5000 Zuschauern ausverkauften Sportforum Hohenschönhausen illustriert, wen sie denn in den kommenden vier Jahren am liebsten im Bundeskanzleramt sehen würden. „Vote Ike" (Wählt Ike) war auf besagtem Spruchband zu lesen. Dem Publikumsliebling der Eisbären schien das Lob wohl schnell zu Kopf zu steigen: Nach nur 58 Sekunden war Yvon „Ike" Corriveau in der Box verschwunden – allerdings nicht zwecks Stimmabgabe, sondern um die erste Zwei-Minuten-Strafe des Spiels abzusitzen. Der frühe Abgang Corriveaus war programmatisch für die Anfangsphase der Eisbären in diesem Spiel: Die Kölner Haie waren zunächst erfolgreicher als die Berliner. In der fünften Minute konnte Shane Peacock Eisbären-Torhüter Oliver Jonas mit einem Schlagschuss überwinden.

Erst gegen Ende des ersten Drittels halfen die Kölner den Eisbären dann selbst auf die Sprünge. Die Haie kassierten hintereinander zwei Strafzeiten und die Berliner konnten ihr ansehnliches Powerplay aufziehen. Zunächst war dabei Rob Shearer erfolgreich, wenig später gelang Kelly Fairchild das 2:1. Auch die beiden weiteren Treffer fielen bei Überzahl der Berliner: Dem Schweden Ricard Persson gelangen im zweiten und im letzten Drittel seine ersten Tore in der DEL überhaupt.

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