• Überraschende Ergebnisse zum Auftakt: In Maribor große Freude, in Schweden Tumulte

Sport : Überraschende Ergebnisse zum Auftakt: In Maribor große Freude, in Schweden Tumulte

Fußballfieber in Maribor, Katzenjammer in Porto, Polizeischutz in Stockholm und Ladehemmung in Manchester: Das Milliarden-Spiel Champions League produzierte gleich zum Auftakt überraschende Ergebnisse und kuriose Geschichten. Bayer Leverkusens Gruppengegner NK Maribor löste mit dem sensationellen 1:0-Erfolg beim letztjährigen Champions-League-Halbfinalisten Dynamo Kiew ein regelrechtes Freudenfest in der Heimat aus. Im Stadion von Maribor verfolgten mehr als 3000 Fans die Live-Übertragung auf zwei Videowänden und feierten nach dem Siegtreffer von Ante Simundza (73.) bis in den Morgen hinein. In der Nacht stießen auch die aus der Ukraine zurückgekehrten Spieler von Trainer Bojan Prasnikar zur großen Party hinzu. In den Medien wurde der Sieg als größter Erfolg der slowenischen Vereinsgeschichte tituliert. Mit Spannung und großem Selbstvertrauen erwartet der nationale Serienmeister der vergangenen Jahre nun die Leverkusener.

Dagegen endete für Borussia Dortmunds nächsten Kontrahenten Boavista Porto die Premiere in der "Königsklasse" mit einem 0:3-Debakel gegen Rosenborg Trondheim. Zur tragischen Figur auf dem Platz wurde der Kameruner Torwart Andern William, der mit einem bösen Schnitzer das frühe 0:1 durch Jan Derek Sörensen ermöglichte und auch in der Folgezeit ein Unsicherheitsfaktor war. Bayern Münchens Vize-Präsident Karl-Heinz Rummenigge zeigte sich als TM3-Studiogast beeindruckt vom Norwegischen Meister, der sich bereits zum fünften Mal in Folge für die Champions League qualifiziert hat. "Rosenborg ist mein Geheimtipp, die Mannschaft kann für eine Überraschung sorgen", sagte Rummenigge.

Im Stockholmer Rasunda-Stadion fühlten sich die offiziell 30 543 Zuschauer nach dem 1:2 des AIK aus dem Stadtteil Solna gegen den FC Barcelona verschaukelt. Nur ein großes Aufgebot von mehreren Hundert Polizisten konnte Übergriffe der berüchtigten Fans auf den französischen Schiedsrichter Alain Sars verhindern. Die Gemüter erhitzten sich am Ausgleichstor von Abelardo in der 87. Minute. Sars erkannte den Treffer an, obwohl Stockholm gerade zwei Spieler auswechselte und der Meinung war, die Partie sei unterbrochen. Als Dani in der 93. Minute gar noch den Siegtreffer für die Katalanen erzielte, war die Freude der Schweden über das Führungstor von Nebojsa Novakovic(72.) in totalen Frust umgeschlagen.

Leichtes Spiel hatte Bundesliga-Referee Hellmut Krug beim glücklichen 0:0 des AC Florenz gegen Arsenal London. "Arsenal hätte den Sieg verdient gehabt. Dank der Wundertaten von Francesco Toldo ist es gut gegangen", räumte selbst Trainer Giovanni Trapattoni ein und dankte seinem Keeper, der elf Minuten vor Schluss einen schwach geschossenen Foulelfmeter von Nwankwo Kanu parierte. "Kanu ist am Boden zerstört", berichtete Arsenals Trainer Arsene Wenger über den Nigerianer, der nur angetreten war, weil sich Dennis Bergkamp zierte.

In der Gruppe D lief sich Cup-Verteidiger Manchester United am Abwehrriegel von Croatia Zagreb ergebnislos fest. "Es ist ein enttäuschendes Ergebnis", sagte Erfolgstrainer Alex Ferguson nach dem 0:0 und meinte über die defensive Spielweise des Gegners: "Das zeigt Respekt vor uns, und diesen Respekt haben wir uns verdient." Zu viel Respekt offenbarte Sturm Graz bei der 0:2-Niederlage bei Olympique Marseille. Nach den Gegentoren von Robert Pires (9.) und Fabrizio Ravanelli (33.) fällte der Grazer Trainer Ivica Osim ein vernichtendes Urteil über seine Mannschaft: "Es gibt Spieler, die nicht laufen - und für die ist kein Platz in Europa." Auch der Deutsche Franco Foda, der ebenso wie Markus Schupp eine missglückte Champions-League-Premiere erlebte, gab unumwunden zu: "Wir waren zu schlecht."

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