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Überraschende Wende : Rehhagel wird neuer Hertha-Trainer

Der 73 Jahre alte Trainerpensionär soll Hertha vor dem Abstieg retten – gemeinsam mit René Tretschok, der am Sonnabend gegen Dortmund zum ersten und letzten Mal alleinverantwortlich auf der Bank sitzt.

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Schau, schau. Otto Rehhagel soll Hertha für den Rest der Saison trainieren. Hier einige der schönsten spontanen Reaktionen der Fans auf die Nachricht.Alle Bilder anzeigen
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17.02.2012 23:28Schau, schau. Otto Rehhagel soll Hertha für den Rest der Saison trainieren. Hier einige der schönsten spontanen Reaktionen der...

Otto Rehhagel hat einmal erzählt, wann ihm das zum ersten Mal richtig klar geworden sei: „Du bis jetzt Fußballprofi!“ Wie er da im Sommer 1963 auf dem Theodor-Heuss-Platz stand und den Kaiserdamm hinunterblickte, es war schönes Wetter und man konnte bis zur Siegessäule schauen. „Da habe ich mir gesagt: Jetzt hast du es geschafft!“

Rehhagels Zeit bei Hertha BSC verlief nicht besonders spektakulär. 53 Bundesligaspiele, sechs Tore, nach dem Zwangsabstieg 1965 spielte er noch ein Jahr in der Regionalliga und zog dann weiter nach Kaiserslautern. Jetzt könnte der Kreis sich schließen. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung hat Hertha BSC den 73 Jahre alten Trainer Rehhagel dafür gewonnen, sein Domizil in Essen zu verlassen, um das Projekt Abstiegsverhinderung in Angriff zu nehmen. Ein Mitglied des Präsidiums bestätigte im Gespräch mit dem Tagesspiegel die spektakuläre Personalie. Demnach hat Rehhagel schon zugesagt, er soll am Samstag das Spiel gegen Borussia Dortmund (15.30 Uhr) von der Tribüne des Olympiastadions aus verfolgen und zum Beginn der Woche seine Arbeit in Berlin aufnehmen. Nach Markus Babbel und Michael Skibbe wäre er der dritte Berliner Cheftrainer in dieser Saison.

Am Donnerstag trafen sich Herthas Manager Michael Preetz und Präsident Gegenbauer mit Rehhagel. Beide Seiten seien sich schnell einig geworden - auch, weil Rehhagel sich unverhofft noch einmal jenen Wunsch erfüllen konnte, von dem er schon bei seinem Langzeitengagement bei Werder Bremen besessen war: Einmal Hertha BSC trainieren, in der Stadt, die dem Malergesellen aus Essen einen ersten Geschmack der großen Welt vermittelt hatte. Damals war Hertha noch Stammgast in der Zweiten Liga und Rehhagel träumte von dem Marsch zurück nach oben. Da will Hertha jetzt bleiben. Mit Rehhagels Hilfe.

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13.02.2012 17:54Peter Neururers Hertha-Vereinsrekord von fünf Niederlagen zum Einstand konnte Michael Skibbe nicht mehr brechen, die Entlassung...

In Berlin soll er einem Modell vorstehen, wie es Borussia Dortmund in einer ähnlichen Situation im Jahr 2000 mit Matthias Sammer gewagt hatte. Sammer und Lattek schafften es damals, die Borussia in der Liga zu halten. Nach vollendeter Mission zog sich Lattek wieder zurück, eine längerfristige Beschäftigung lehnte er mit Verweis auf sein Alter ab. Auch mit Rehhagel ist ein bis zum Ende dieser Saison begrenzter Vertrag vereinbart worden. Zur neuen Saison soll angeblich der von seinem Burnout kurierte frühere Schalker Ralf Rangnick das Kommando übernehmen.

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