Sport : Überraschendes NFL-Finale zwischen St. Louis und Tennessee

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Die seit Jahren verrückteste Saison in der National Football League (NFL) wird mit einem noch verrückteren Finale ihren Höhepunkt erleben. In den St. Louis Rams und den Tennessee Titans sind zwei Mannschaften in das Endspiel um die 34. Super Bowl am kommenden Sonntag im Georgia Dom von Atlanta eingezogen, in deren Städten vor sechs Jahren noch niemand an NFL-Spiele gedacht hatte. Die Rams (Widder) besiegten in heimischer Arena im Play-off-Halbfinale nach viel Krampf und Kampf die Tampa Bay Buccaneers mit 11:6 und sicherten sich den Meistertitel der National Conference (NFC). Die Titans (Titanen) gewannen beim besten Vorrunden-Team, den Jacksonville Jaguars, überraschend deutlich mit 33:14 und gewannen erstmals die American Conference (AFC).

"Der Irrsinn ist perfekt", tönte ein TV-Reporter vom Sportkanal ESPN. "Ich glaube, nur die Einheimischen wussten bislang, dass in St. Louis und Nashville auch erfolgreich Football gespielt wird." Der Aufstieg der beiden Außenseiter beeindruckt. In St. Louis, mit 400 000 Einwohnern die größte Stadt des US-Bundesstaates Missouri, wird seit 1995 gekickt, nachdem der Franchise-Vertrag von Los Angeles in die Olympia-Metropole von 1904 verkauft worden war. Doch richtig Jubeln konnten die Fans der Rams nie. Sie zählten zu den chronischen Verlierern und mussten in den 90er Jahren die meisten Niederlagen hinnehmen. Niemand hätte vor Saisonbeginn auch nur einen Cent auf sie gesetzt.

Noch weniger Tradition hat das in Nashville seit dieser Saison als Titans spielende Tennessee-Team. 1996 firmierte es als Houston Oilers, die kaum einer sehen wollte. Knapp 20 000 Zuschauer besuchten im Durchschnitt die acht Heimspiele, von denen nur zwei gewonnen werden konnten. Doch all das ist Geschichte. In der Welthauptstadt der Country-Musik übertönt jetzt der Football alles bislang Dagewesene. 40 000 Fans bereiteten ihren Helden nach der Rückkehr aus Jacksonville einen triumphalen Empfang, als hätte sie bereits die Super Bowl gewonnen. "Was hier in den letzten Woche passiert ist, ist schon unheimlich und eigentlich nicht wahr", versuchte Titans-Headcoach Jeff Fischer seine Emotionen in einen Satz zu fassen.

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