Sport : Überrascht

Werder Bremen siegt 2:1 in Kaiserslautern – und erreicht doch noch Platz drei

Hartmut Scherzer[Kaiserslautern]

Vor drei Wochen errang der FC Bayern München hier die deutsche Meisterschaft. Am Schlusstag der Saison schaffte der entthronte Titelverteidiger Werder Bremen auf dem Kaiserslauterer Betzenberg durch einen 2:1-Sieg über den 1. FC Kaiserslautern doch noch den dritten Rang für die Qualifikation zur Champions League. Die Bremer jubelten, anders als die Bayern ohne Bierdusche, als mit dem Schlusspfiff feststand, dass es in Berlin beim 0:0 geblieben war. Im Endspurt war Werder auf der Zielgeraden noch am VfB Stuttgart und Hertha BSC vorbeigezogen. „Du kriegst das, was du verdient hast. Also muss es gerecht sein, dass wir noch Dritter geworden sind“, sagte der Bremer Trainer Thomas Schaaf.

Auf dem Betzenberg mussten die Bremer nur zittern, dass kein Tor aus Berlin auf der Videotafel angezeigt wurde. Vor den harmlosen, erschreckend schwachen Pfälzern musste ihnen 90 Minuten lang nicht bange sein. Zwei grobe Fehler von Torwart Thomas Ernst und Michael Lehmann halfen zur frühen 2:0-Führung durch Tim Borowski und Nelson Valdez. Der 37 Jahre alte Lauterer Torwart, vor dem Spiel als Spieler der Saison ausgezeichnet, ließ den Direktschuss Borowskis durchrutschen. „Das Tor hefte ich mir an meine Nase“, sagte Ernst. Beim 0:2 hatte Lehmann als letzter Mann den Ball an den schnellen Valdez verloren. „Katastrophen-Fußball“, nannte der deprimierte Pfälzer Interimstrainer Hans-Werner Moser zwischen Kurt Jara und Michael Henkel die fehlende Einstellung und Moral seiner Mannschaft vor allem in der ersten Halbzeit. Die Bremer Fabian Ernst und Tim Borowski hatten Platz, das Mittelfeld zu beherrschen und die Angriffe in Schwung zu bringen.

Auch der Anschlusstreffer durch Halil Altintop mit dem ersten Schuss aufs Bremer Tor Sekunden vor dem Halbzeitpfiff schuf keine versöhnliche Stimmung mehr. Davor hatte Amanatidis die große Chance zum ersten Torschuss und zum Ausgleich kläglich vergeben. Allein vor Torhüter Reinke zögerte der Grieche so lange, bis Fahrenhorst ihm in die Quere kam. Nach der Pause hatte Kaiserslautern keine Torchance mehr. Und da auch Werder nur noch das Nötigste tat, kehrte Langeweile ein. „Da hat man das Ende der Saison gemerkt. Es fehlte die Frische“, räumte Schaaf ein. Das sollte ihm am Ende egal sein.

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