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Überraschung bei Leichtathletik-EM : Hürdensprinterin Cindy Roleder holt Bronze

Die Leipzigerin Cindy Roleder hat bei der Leichtathletik-EM in Zürich überraschend Bronze über 100 Meter Hürden gewonnen. Bei den Männern reichte es für den Berliner Lucas Jakubczyk über 100 Meter ohne Hürden zu Platz fünf.

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Kaum zu glauben: die Leistung von Cindy Roleder.
Kaum zu glauben: die Leistung von Cindy Roleder.Foto: Reuters

Die Hände schlug sie über dem Kopf zusammen – überrascht von sich und überrascht vom Ergebnis. Cindy Roleder aus Leipzig war mit guter Vorleistung ins Finale über 100 Meter Hürden gekommen. Dort lief sie erst im Mittelfeld mit, doch ganz am Ende stürzte sie sich noch ganz knapp auf einen Medaillenrang. In 12,82 Sekunden gewann sie die Bronzemedaille, die Britin Tiffany Porter siegte in 12,76 Sekunden.

Im Ziel musste Roleder erst einen Moment warten, bis die Anzeigetafel das Ergebnis verkündete, dann hielt sie auf einmal eine deutsche Fahne in der Hand und strahlte. Im Rennen habe sie gesehen, wie Porter auf und davon zog, „aber ich habe versucht, dran zu bleiben und mich ins Ziel zu werfen“. Schon im Halbfinale hatte Roleder mit 12,84 Sekunden eine starke Leistung gezeigt. „Der Zwischenlauf hat mir extrem viel Mut gegeben, da habe ich schon mit Platz drei geliebäugelt – jetzt habe ich ihn.“ Nadine Hildebrand aus Sindelfingen wurde in 13,01 Sekunden Sechste.

100-Meter-Sprinter Jakubczyk erreichte als einziger Deutscher das Finale

Um ein Haar hätte es auch für Lucas Jakubczyk über 100 Meter ohne Hürden zu einer Medaille gereicht, genauer um drei Hundertstel. So knapp verpasste der Sprinter des SC Charlottenburg Platz drei. In 10,25 Sekunden belegte er einen ausgezeichneten fünften Platz. „Ich fahre stolz und zufrieden nach Hause“, sagte Jakubczyk. „Eine Medaille hatte ich mir gar nicht vorgenommen, weil ich weiß, was da vorne los ist.“ Da vorne wurde jedenfalls der Brite James Dasalou in 10,06 Sekunden neuer Europameister, Titelverteidiger Christophe Lemaitre aus Frankreich haderte mit Platz zwei und ging nach seinem Zieleinlauf in 10,13 Sekunden mürrisch auf und ab.

Jakubczyk hatte als einziger Deutscher das Sprintfinale erreicht. Sein Halbfinale hatte er sogar gewonnen, vor dem Briten Dwain Chambers. Der neue deutsche Rekordhalter Julian Reus war dagegen im Halbfinale ausgeschieden. Reus erwischte einen guten Start doch nach 80 Metern wurde er auf einmal abgefangen. Was geschehen war, fasste Reus im Stakkato zusammen: „Schlechter Lauf. Ist halt so. So schnell geht das im Sport. Vor zwei Wochen alles gut – und jetzt, zwei Wochen später…“

Seit acht Jahren war kein deutscher Sprinter mehr in ein Finale über 100 Meter gerannt. Nun also Jakubczyk, der in dieser Saison schon mit der Klassezeit von 10,07 Sekunden auf sich aufmerksam gemacht hatte. „Es ist etwas in Bewegung im deutschen Sprint“, sagte Jakubczyk. „Wir können nicht nur in Ulm und Weinheim schnell laufen.“ Bei den Frauen schieden alle deutschen Teilnehmerinnen im Halbfinale aus. Doch am Sonntag können die deutschen Sprinterinnen und Sprinter noch einmal zeigen, wie schnell sie sind – mit den Staffeln.

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