• Überraschung in der Champions League verpasst: Bayer Leverkusen verliert 1:2 beim FC Barcelona

Überraschung in der Champions League verpasst : Bayer Leverkusen verliert 1:2 beim FC Barcelona

Lange Zeit ärgert Bayer Leverkusen den Favoriten nach Kräften. Am Ende unterliegt der Bundesligist dann aber doch noch beim FC Barcelona.

Kyriakos Papadopoulos trifft per Kopf nach Ecke zum 1:0 für Leverkusen. Ter Stegen im Barca-Tor kommt zu spät.
Kyriakos Papadopoulos trifft per Kopf nach Ecke zum 1:0 für Leverkusen. Ter Stegen im Barca-Tor kommt zu spät.Foto: Reuters

Irgendwann wurde der Druck einfach zu groß. Mit allen Kräften hatte sich Bayer 04 Leverkusen 80 Minuten gegen den großen Favoriten FC Barcelona gestemmt. Dann reichten zwei Aktionen, um sich die Begegnung aus den Händen reißen zu lassen. Nach einer lange verdienten 1:0-Führung hieß es für den Bundesligisten auf der großen Bühne Champions League beim Titelverteidiger in dessen Stadion 1:2 (1:0). "Wir waren nah dran, für eine kleine Sensation zu sorgen. Wir sind es zum Teil selbst Schuld. Die Konter hätten wir seriöser durchspielen müssen. Barcelona hat eine enorme Qualität, alles lässt sich nicht vermeiden. Es ist bitter, in so kurzer Zeit zwei Tore zu kassieren", sagte Bayer-Kapitän Lars Bender und Christoph Kramer fügte hinzu: "Heute hätten wir Barcelona schlagen müssen. Es ist bitter, dass wir jetzt mit leeren Händen dastehen."

Vor dreieinhalb Jahren waren die beiden Klubs zuletzt aufeinander getroffen, im Achtelfinale der Champions League setzte es für Bayer im Rückspiel ein böses 1:7 im Camp Nou. Fünf der sieben Treffer erzielte damals Lionel Messi, der diesmal wegen einer Knieverletzung fehlte.

Unter besonderer Beobachtung standen am Dienstag die beiden deutschen Torhüter. Marc-André ter Stegen auf Seiten der Spanier und Leverkusens Schlussmann Bernd Leno streiten sich bekanntlich noch um den vakanten dritten Torhüterplatz bei der EM 2016 in Frankreich.

Wer nun aber eine erneute kostenlose Lehrstunde für Bayer erwartete, den belehrte die Mannschaft von Trainer Roger Schmidt wiederum schnell eines Besseren. Bereits in der zweiten Minute setzte sich Karim Bellarabi auf der rechten Seite durch und flankte scharf in den Fünfmeterraum der Spanier, Javier Hernandez zielte mit seinem Schuss aber genau auf ter Stegen.

Leverkusen, das sicherlich vom Ausfall Messis profitierte, sich aber trotzdem noch einer brandgefährlichen Sturmreihe aus Luis Suarez und Neymar gegenüber sah, stemmte sich von Beginn an mit viel Einsatz gegen das von vielen Experten prophezeite Unheil. Mit zunehmender Spieldauer trug der Bundesligist seine Angriffe sogar immer selbstbewusster vor. Mitte der ersten Hälfte war schließlich kaum mehr ein Unterschied zu erkennen zwischen dem Starensemble der Katalanen und dem mal Ewigzweiten aus Deutschland, der sich in der 22. Minute für seinen großen Aufwand belohnte.

Bei Barcelona machte sich das Fehlen von Lionel Messi deutlich bemerkbar

Mit seinem Eckstoß auf den kurzen Pfosten überraschte Hakan Calhanoglu die Defensive der Gastgeber, Kyriakos Papadopoulos reagierte am schnellsten und ließ ter Stegen mit seinem wuchtigen Kopfball keine Abwehrchance. Suarez, der in dieser Szene den kurzen Pfosten bewachen sollte, und ter Stegen, der etwas zu spät zum Ball gegangen war, klärten die Schuldfrage an dem Gegentreffer noch unmittelbar auf dem Spielfeld.

Leverkusen spielte auch nach der Führung weiterhin mutig nach vorne. Bellarabi ließ Spaniens Nationalverteidiger Gerard Piqué in der 36. Minute etwas älter aussehen, als er eigentlich ist, seinen Schuss parierte ter Stegen mit hochgerissenen Fäusten. Vor dem Seitenwechsel hatte Bayer aber noch einmal Glück: Neymar, der kurz zuvor Gelb für eine Schwalbe gesehen hatte, traf mit einem abgefälschten Schuss den Pfosten. Ansonsten stand das Gäste-Tor aber kaum im Blickpunkt. Das sollte sich in der zweiten Halbzeit ändern.

Barcelona kam bissiger aus der Kabine. Das endlose Ballgeschiebe wusste Bayer aber weiterhin zu unterbinden, wenn nun auch – bei zunehmender Geschwindigkeit – mit einigen unsauberen Befreiungsschlägen. Und wenn es dann doch einmal gefährlich wurde, dann war da ja immer noch Bernd Leno, der einige brenzlige Situationen mit gewohnter Ruhe entschärfen konnte.

Bis zur 80. Minute, als der Keeper einen Schuss von Munir nicht festhalten konnte, und Sergi Roberto den Abpraller zum 1:1-Ausgleich nutzte. Keine zwei Minuten später rauschte ein Sonntagsschuss von Suarez von der Strafraumkante in den rechten Winkel. Bayer Leverkusen war geschlagen, für das 1:7 von vor dreieinhalb Jahren aber rehabilitiert.

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