Sport : Überraschung nach Schluss

Alba Berlin besiegt Würzburg 88:69 und ist durch Quakenbrücks Hilfe neuer Spitzenreiter

Helen Ruwald

Berlin. Die Bilanz der TSK Würzburg gegen den Deutschen Basketballmeister Alba Berlin ist kurios: Noch nie konnte sie in eigener Halle gegen Alba gewinnen – aber schon zweimal in Berlin, zuletzt 2002. Dass sie auch in dieser Saison für eine Überraschung gut sind, bewiesen die Würzburger mit einem Sieg beim Spitzenteam Skyliners Frankfurt. Gestern aber setzte sich der Favorit durch, 88:69 (48:36) gewann Alba und setzte sich überraschend auch gleich an die Bundesliga-Tabellenspitze. Entscheidend dafür war eine weitere Niederlage des Cupfinalisten Frankfurt, der mit 85:93 (37:40) beim Aufsteiger Quakenbrück verlor. Beste Werfer für Alba waren Stefano Garris und Vladimir Petrovic mit je 20 Punkten.

4:0 waren die Würzburger in Führung, aber es war ihre erste und zugleich letzte Führung im ganzen Spiel. Durch vier Dreipunktewürfe durch Vladimir Petrovic (2), Stefano Garris und DeJuan Collins lagen die Berliner nach sechs Minuten 20:14 in Front und gewannen das erste Viertel 28:18.

Im zweiten Spielabschnitt standen mit Teoman Öztürk, Szymon Szewczyk und Chuck Evans drei Spieler von Anfang an auf dem Feld, die zunächst auf der Bank gesessen hatten. Mit ihnen wurde das Alba-Spiel belebt. Angetrieben vom starken Garris, der zur Pause bei elf Punkten auf eine Trefferquote von 100 Prozent kam, zog Alba auf 40:21 davon, begeisterte die 6132 Fans mit schön herausgespielten Punkten und verteidigte gleichzeitig konzentriert. Als Szewczyk, Evans und Öztürk wieder von außen zuschauten, kam Würzburg mit einer 11:0-Serie auf 36:48 heran. Nicht nur in der Verteidigung wurde eine deutlichere Pausenführung verspielt, sondern auch im Angriff. Alba verwandelte nur rund die Hälfte der Freiwürfe und vergab weitere Chancen.

Würzburgs Trainer Aaron McCarthy schien seinem Team mitgegeben zu haben, dass eine Aufholjagd machbar sei – nach einer 12:4-Serie des Tabellenzwölften war Albas Vorsprung plötzlich wieder nur auf acht Zähler (58:50) zusammengeschmolzen. Doch die Berliner waren zu routiniert, als das die Partie noch hätte kippen können. Nach ausgeglichenem dritten Viertel (18:18) war Alba im letzten Spielabschnitt wegen dreier geglückter Dreipunktewürfe von Garris wieder überlegen. Der Meister, der schon am Freitag in Braunschweig das nächste Bundesligaspiel bestreitet, vergab zwar sogar einen noch deutlicheren Sieg, doch eine erneute Überraschung der Würzburger in Berlin war gestern Abend nicht mehr drin.

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