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Übersehenes Tor im DFB-Pokalfinale : DFB und Schiedsrichter Meyer verteidigen Entscheidung

"Nicht zweifelsfrei erkennbar" - sowohl der DFB als auch Schiedsrichter Meyer äußern sich zum nicht gegebenen Treffer von Dortmunds Hummels im Pokalfinale. Der BVB und auch Bayern München fordern nun ein Umdenken.

Mittelpunkt der Diskussion: Schiedsrichter Florian Meyer (m.) im Zwiegespräch mit Dortmunds Trainer Jürgen Klopp.
Mittelpunkt der Diskussion: Schiedsrichter Florian Meyer (m.) im Zwiegespräch mit Dortmunds Trainer Jürgen Klopp.Foto: Reuters

Schiedsrichter Florian Meyer hat seine umstrittene Entscheidung zum vermeintlichen Treffer des Dortmunders Mats Hummels im DFB-Pokalfinale verteidigt. „Im realen Ablauf war es sowohl für meinen Assistenten als auch für mich nicht zweifelsfrei erkennbar, ob der Ball die Torlinie vollständig überschritten hat oder nicht“, zitierte der Deutsche Fußball-Bund den Referee in einer Mitteilung vom Sonntag. „Somit haben wir entschieden, das Spiel weiterlaufen zu lassen“, sagte Meyer demnach weiter.

Richtigstellung vom DFB

Der DFB wies am Sonntag zudem die Darstellung zurück, Meyers Assistent habe zunächst auf Tor entschieden. „Florian Meyer hat seinen Assistenten nicht überstimmt, es gab auch keine unterschiedliche Wahrnehmung der Situation. Von der Seitenlinie kam weder per Fahne noch über Headset das Signal auf ein Tor“, erklärte DFB-Mediendirektor Ralf Köttker.

Beim 2:0-Sieg des FC Bayern München am Samstag hatte Meyer das Tor von BVB-Abwehrchef Hummels nicht anerkannt. TV-Bilder scheinen zu beweisen, dass der Ball die Linie überschritten hatte. Es wäre der Führungstreffer für die Dortmunder gewesen. Wegen der Szene entflammte die Debatte um die Torlinientechnik erneut. Die Mehrheit der Proficlubs hatte sich im März gegen die Technik entschieden, Bayern und Dortmund sowie viele Schiedsrichter waren indes dafür.

Rummenigge: "Initiative starten"

Beim BVB saß die Wut noch lange nach dem Spiel tief, Trainer Jürgen Klopp war fassungslos. „Andere Gremien sind gefordert, dass so etwas nicht mehr vorkommt“, rief Nationaltorwart Roman Weidenfeller die Spitzenfunktionäre des deutschen Fußballs zum Handeln auf. Hummels selbst schlug vor: „Zwei Videobeweise pro Halbzeit oder pro Mannschaft, das würde alles ein bisschen einfacher machen.“ Ist die Torlinientechnik in Deutschland endgültig vom Tisch?

„Die Bundesligisten haben abgestimmt und sich mehrheitlich dagegen entschieden. Solange das so ist, werden wir vom DFB keine Entscheidung dagegen treffen“, sagte DFB-Chef Wolfgang Niersbach noch in Berlin. „Es war klar, dass die Diskussion jetzt wieder beginnt.“ Für die „nahe Zukunft“ werde das Thema nicht auf die Tagesordnung kommen, hatte auch Ligapräsident Reinhard Rauball im März gesagt. Aber ausgeschlossen sei nicht, dass günstigere Angebote oder Fehlentscheidungen für ein Umdenken sorgen werden. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge rief die Technik-Gegner unter den Proficlubs am Sonntag auf, ihre Haltung noch einmal zu überdenken. „Vielleicht sollte die DFL noch mal eine Initiative starten, weil wir solche Diskussionen in Zukunft nicht brauchen“, sagte er in Richtung der Deutschen Fußball Liga (DFL). (dpa)

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