Sport : Übertriebene Zuversicht

Deutsches Eishockeyteam unterliegt den USA 1:5

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Greg Poss versuchte, zuversichtlich zu wirken. „Das wird schon ganz gut klappen“, sagte der USAmerikaner. „Wir werden einfach und vor allem schnell spielen.“ Das hatte Poss eine Stunde vor seinem ersten Spiel als Eishockey-Bundestrainer gesagt. Rund drei Stunden später musste Poss feststellen, dass seine Zuversicht wohl ein wenig übertrieben war. Die deutsche Mannschaft hielt zwar gegen die mit vielen Stars angetretene Auswahl der USA sehr gut mit, doch zu mehr reichte es eben nicht: Die Deutschen unterlagen gestern vor 12 429 Zuschauern in der Hamburger Color Line Arena in ihrem ersten Spiel im Rahmen des Deutschland-Cups den USA deutlich mit 1:5 (1:2, 0:1, 0:2).

Trotz der klaren Niederlage boten die Deutschen vielversprechende Ansätze. Sie erspielten sich nicht weniger Torchancen als der Gegner, der allerdings seine Chancen cleverer nutzte. Doch vom defensiven Eishockey, welches das Team unter Poss’ Vorgänger Hans Zach noch gespielt hatte, waren die Spieler um ihren Berliner Kapitän Stefan Ustorf weit entfernt. Allerdings werden bei übermäßigem Offensivdrang Fehler auch schnell mal bestraft. So wie gestern, als sich in einer Szene gleich drei deutsche Spieler hinter dem amerikanischen Tor tummelten: Resultat war nach einem Fehlpass dann das 1:2 durch Brian Gionta, obwohl die Amerikaner gerade in Unterzahl waren. Zuvor hatte der Profi von den New Jersey Devils die USA schon 1:0 in Führung gebracht. Jochen Hecht (Mannheim) hatte im deutschen Powerplay – das gestern phasenweise gut lief – zwischenzeitlich das 1:1 erzielt.

Bis Ende des zweiten Drittels hatten die Deutschen durchaus die Möglichkeit, dem Spiel einen anderen Verlauf zu geben. Allerdings verschluderten sie unglaublich viele gute Chancen, hatten zudem Pech bei Pfostenschüssen von Stephan Retzer (Kassel) und Ustorf. Nachdem David Tanabe kurz vor der zweiten Pause das dritte Tor für die USA schoss, war das Spiel entschieden. Mit dem vierten amerikanischen Tor von Tom Preissing und dem fünften Tor von Gionta bekam das Ergebnis im letzten Drittel dann doch erschreckend deutliche Dimensionen, gegen eine deutsche Mannschaft, die zusehends resignierte.

Die Amtszeit von Poss begann also so, wie die von seinem Vorgänger Zach aufgehört hatte – mit einer Niederlage. Allerdings konnte das gegen einen so hochkarätig besetzten Gegner wie die USA, die Poss „für den absoluten Favoriten beim Deutschland-Cup“ hält, nicht erstaunen.

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