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Uefa Champions League : Borussia Dortmund: 3:0-Sieg bei RSC Anderlecht

In der Champions League tut sich Borussia Dortmund leichter als zuletzt in der Bundesliga. Beim 3:0 in Anderlecht konnte die Mannschaft von Jürgen Klopp auch spielerisch endlich wieder überzeugen.

Hoch das Bein. Marcel Schmelzer im Duell mit Anderlechts Youri Tielemans.
Hoch das Bein. Marcel Schmelzer im Duell mit Anderlechts Youri Tielemans.Foto: dpa

Nach Schlusspfiff kam Jürgen Klopp auf das Spielfeld und gab Adrian Ramos, rechts, links, zwei Backpfeifen. Doch der Stürmer von Borussia Dortmund lächelte, denn sein Trainer hatte es leicht und liebevoll gemeint. Die zwei Tore des eingewechselten Kolumbianers, die einen verdienten 3:0 (1:0)-Sieg beim RSC Anderlecht sicherten, hatten beim BVB sichtlich für eine Stimmungsaufhellung gesorgt. Ramos war derart erfreut, dass er etwas tat, was er in seiner Zeit bei Hertha BSC nie getan hat: Er gab ein Fernsehinterview auf Deutsch. „Wir sind viel gelaufen und haben gut gespielt“, sagte Ramos simpel und strahlend.

In der Bundesliga blieb der BVB zuletzt dreimal sieglos. Doch in der Uefa Champions League läuft es, dort nimmt Dortmund durch den zweiten Sieg im zweiten Gruppenspiel Kurs auf das Achtelfinale. Ciro Immobile hatte nach zwei Minuten die Führung erzielt, bevor Ramos mit einem Doppelpack direkt nach seiner Einwechselung den Sieg sicherte vor 21 000 Zuschauern im Stade Constant Vanden Stock.

Allerdings verwertete der BVB lange Zeit seiner Überlegenheit nicht in Tore und musste daher bis zum ersten Treffer des eingewechselten Ex-Herthaners Ramos um den Vorsprung bangen. Für reichlich Ärger sorgten aber einige der rund 1100 mitgereisten Dortmunder Fans, die vor Beginn der zweiten Halbzeit Feuerwerkskörper abbrannten und das Stadion damit mächtig einnebelten.

Borussia Dortmund erwischte einen Traumstart

Die Dortmunder erwischten beim seit elf Pflichtspielen ungeschlagenen belgischen Meister einen Traumstart. Dabei machte sich die Entscheidung von Trainer Klopp bezahlt, Shinji Kagawa in die Startelf zurückzubeordern. Der japanische Spielmacher, der bei der Derby-Pleite auf Schalke zunächst auf der Bank gesessen hatte, demonstrierte in der dritten Minute einmal mehr seine große Übersicht, als er Immobile den Ball genau in den Lauf zum 1:0 legte. Der Neuzugang aus Italien bedankte sich mit seinem zweiten Tor in der Königsklasse. Eine mögliche Vorentscheidung vergab wenig später Pierre-Emerick Aubameyang, der nach toller Kombination über Kagawa und Kevin Großkreutz das Kunststück fertig brachte, den Ball aus drei Metern am Tor der Belgier vorbeizuschießen (10.).

Diese vergebene Chance brachte die stark beginnenden Dortmunder ein wenig aus dem Takt, plötzlich zeigte auch die Abwehr wieder jene Unsicherheiten, die zuletzt zu unnötig vielen Gegentoren geführt hatten. Nach einem kapitalen Fehler von Sebastian Kehl, der nach auskurierter Zerrung wieder von Beginn an dabei war, bewahrte nur ein Reflex von Keeper Roman Weidenfeller den BVB beim Schuss des 20-jährigen Dennis Praet (15.) vor dem drohenden Ausgleich. Mehr ließ die Hintermannschaft mit Sokratis für den diesmal geschonten Weltmeister Mats Hummels vor der Pause nicht zu.

Vor dem Tor fehlte Borussia Dortmund die letzte Entschlossenheit

Dank ihrer Dominanz im Mittelfeld nahmen die Schwarz-Gelben das Heft gegen den Tabellenführer der belgischen Jupiler League schon bald wieder fest in die Hand, nur vor dem Anderlecht-Tor fehlte die letzte Entschlossenheit. Mit einer tollen Fußabwehr beim Volleyschuss von Marcel Schmelzer (30.) verhinderte Schlussmann Silvio Proto noch vor der Pause eine höhere Dortmunder Führung.

Nach Wiederbeginn war es erst einmal vorbei mit der Dortmunder Dominanz. Die Westfalen gaben mehr und mehr Spielanteile aus der Hand, leisteten sich Fehlpässe im Aufbau und agierten nicht mehr so kreativ. Bis auf einen Distanzschuss von Immobile (53.), den Proto entschärfte, blieben klare Gelegenheiten aus. Als Anderlecht ins Spiel fand und selbiges zu kippen drohte, schlug der BVB aber wieder zu. Nach einer weiten Flanke von Lukasz Piszczek reagierte Ramos am schnellsten und drückte den Ball zum 0:2 ins Netz. Nachdem Aleksandar Mitrovic mit einem Pfostenschuss die Chance zum Anschluss verpasst hatte, machte wiederum Ramos alles klar. (Tsp/dpa)

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