Uefa Champions League : FC Schalke 04 vom FC Chelsea vorgeführt

Dem FC Schalke 04 droht das Vorrunden-Aus in der Uefa Champions League. Beim 0:5 im eigenen Stadion gegen den FC Chelsea ist der Bundesligist von Beginn an chancenlos - und muss nun auf Schützenhilfe hoffen.

von
Der Anfang vom Ende schon in der 2. Minute. Terry (nicht im Bild) köpft das 1:0 für Chelsea.
Der Anfang vom Ende schon in der 2. Minute. Terry (nicht im Bild) köpft das 1:0 für Chelsea.Foto: Reuters

Am Ende waren alle Beteiligten froh, dass diese Partie beendet war. Die Spieler des FC Chelsea, weil sie sich glücklich schätzen konnten, dass sie sich beim beginnenden Winter in Gelsenkirchen und diesem Trainingsspiel keine Erkältung zugezogen hatten. Und die Spieler des FC Schalke 04, weil diese demütigende Partie abgeschlossen war. Leicht und locker mit 5:0 (3:0) hatten die Engländer gewonnen und sich im Stil einer Spitzenmannschaft mit diesem Erfolg als Gruppenerster für das Achtelfinale der Uefa Champions League qualifiziert.

„Das ist eine nicht zu erklärende erste Hälfte. Wir hatten den Plan, aus einer gut geordneten Defensive zu spiele“, sagte Dennis Aogo vom FC Schalke 04. „Wir haben überhaupt keine Mittel gefunden, nach vorne gefährlich zu werden. Das war nicht, was wir uns vorgestellt haben“, fügte er an. „Da ist es schwer, passende Worte zu finden, ich kann mich nur bei allen entschuldigen, die ins Stadion gekommen sind“, sagte Benedikt Höwedes.

Für die Mannschaft von Trainer Roberto Di Matteo, die sich am Dienstagabend über weite Strecken als eine Karikatur eines Champions-League-Teams präsentierte, sind die Chancen auf das Erreichen der nächsten Runde damit auf ein Minimum geschrumpft. Derzeit hat der FC Schalke 04 in der Gruppe G nur fünf Punkte und muss am letzten Spieltag auf Schützenhilfe hoffen, weil Sporting Lissabon im Parallelspiel NK Maribor 3:1 bezwang und damit in der Tabelle an den Schalkern vorbeizog. Das Spiel in Lissabon war fast eine Dreiviertelstunde wegen eines Flutlichtausfalls unterbrochen.

Nach einer halben Stunde hatte der FC Chelsea das Spiel schon entschieden

Es dauerte gerade einmal 87 Sekunden, als den Schalke-Fans die so optimistischen Anfeuerungsrufe schlagartig im Hals stecken blieben. Die Anhänger wollten mit ihren Gesangseinlagen eigentlich dazu beitragen, dass der so übermächtig erscheinende Gegner aus London seine Spielkunst nicht entfalten kann. John Terry zeigte sich allerdings nicht beeindruckt und köpfte einen Eckball unmittelbar nach Anpfiff zum 1:0 ins Tor. Das war der frühe Anfang vom tragischen Schalker Ende. Während Di Matteos Mannschaft in der Folge ununterbrochen damit zu tun hatte, sich auf dem Feld zu orientieren, spielte der FC Chelsea seine fußballerische Überlegenheit unaufhörlich aus und ließ die Schalker kaum einmal aus der eigenen Hälfte heraus kommen.

Schalkes Trainer hatte in dieser Partie wieder auf das klassische 4-2-3-1-System gewechselt und die offensivere 3-5-2-Variante mit zwei offensiven Außenverteidigern aus der Bundesligapartie gegen den VfL Wolfsburg verändert. Es waren aber wohl weniger die taktischen Veränderungen, die zur großen Verwirrung der Gelsenkirchener beitrugen. Vielmehr waren die sie ihren Gegenspielern in allen Belangen unterlegen.

Dass Eric-Maxim Choupo-Moting nach 13 Minuten dennoch eine Torchance für sein Team auf dem Fuß hatte, war dem Zufall geschuldet. Sein abgefälschter Ball flog auf die Querlatte des Chelsea-Tores. Im Anschluss wirbelten die Offensivspieler des Londoner Klubs, namentlich Willian, Eden Hazard, Oscar und Cesc Fabregas, die Schalker Defensive wieder nach Belieben durcheinander. So war es nur eine Frage der Zeit, bis die Mannschaft von Trainer Jose Mourinho eine ihrer zahlreichen Möglichkeiten nutzte und auf 2:0 erhöhte. Willian traf nach 29 Minuten aus zehn Metern, nachdem ihn seine Nebenleute per Hackentrick und schöner Passkombination perfekt freigespielt hatten.

Bei den Fans vom FC Schalke 04 machte sich blankes Entsetzen breit

Besonders ernüchternd für die 54.442 Zuschauer in der Gelsenkirchener Arena dürfte zudem der Umstand gewesen sein, dass Chelsea nicht nur die bessere Mannschaft mit dem Ball war, sondern auch aggressiver, einsatz- und lauffreudiger wirkte. Je länger diese Partie andauerte, desto demütigender wurde sie für die Schalker. Es machte sich blankes Entsetzen bei den Fans breit. Zu groß war der Respekt der Schalker vor diesem Gegner, als dass sie auch nur eine gemeinsame Basis der Gegenwehr finden konnten.

Als Jan Kirchhoff dann auch noch einen Querpass über drei Meter spielte, anstatt den Versuch zu starten, einen Konter einzuleiten, tönte ein gellendes Pfeifkonzert durch die Arena. Und weil es so gut zu seinem überaus unglücklichen Auftritt passte, köpfte Kirchhoff einen Eckball nach 44 Minuten auch noch zum 0:3 ins eigene Tor. Damit war die Partie entschieden und die Engländer schalteten in der zweiten Hälfte in den Energiesparmodus. Der reichte aber aus, um zwei weitere Treffer zu erzielen.

Der eingewechselte Didier Drogba traf nach 76 Minuten zum 4:0, der ebenfalls eingewechselte Ramires zwei Minuten später zum 5:0. Die Schalker hatten sich zu diesem Zeitpunkt schon längst in ihr Schicksal gefügt.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben