Sport : Uefa-Chef: Beckenbauer für Johansson

Robert Ide

Berlin - Der Kampf um die Spitze des europäischen Fußballverbandes Uefa bleibt ein Duell. „Ich werde nicht kandidieren. Das steht jetzt zu 100 Prozent fest“, sagte Franz Beckenbauer dem Tagesspiegel. Beckenbauer, Organisationschef der Fußball-WM, wurde in den vergangenen Monaten als Kandidat gehandelt. Um die Präsidentschaft der Uefa bewerben sich nun der seit 1990 amtierende Präsident Lennart Johansson sowie der Franzose Michel Platini.

Der Deutsche Fußball-Bund steht bei der Wahl im Januar 2007 auf Johanssons Seite. „Lennart Johansson ist ein Glücksfall für den Fußball, unter seiner Präsidentschaft hat sich die Uefa prächtig entwickelt“, sagte Beckenbauer. „Einen besseren Kandidaten gibt es nicht.“ Der 76 Jahre alte Schwede will verhindern, dass ihn Platini beerbt – der Franzose hatte beim Streit um die Fifa-Präsidentschaft 1998 nicht Johansson unterstützt, sondern Amtsinhaber Joseph Blatter. „Johansson ist der Kandidat der Vergangenheit, ich bin ein Mann der Zukunft“, sagt dagegen der 52-jährige Platini.

Johansson wollte die Geschäfte eigentlich an Beckenbauer, 60, übergeben. Dieser verspürt aber nach heftigen Auseinandersetzungen mit der Fifa vor der WM wenig Lust auf Verbandspolitik. Beckenbauer, der während der WM heiratete, hat angekündigt, sich mehr um seine Familie zu kümmern. Fifa-Präsident Joseph Blatter, der sich 2007 ebenfalls noch einmal wählen lassen will, bot ihm einen Posten im Fifa-Exekutivkomitee an. In Verbandskreisen heißt es, Blatter wolle auf diesem Wege seinen Kritiker Beckenbauer einbinden.

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