Uefa-Cup: Bestechungsverdacht : Manipulation beim Bayern-Spiel vermutet

Am 12. Mai dieses Jahres verlor der FC Bayern gegen Zenit St. Petersburg mit 4:0. Das war die höchste Niederlage im Europapokal seit 31 Jahren. Russische Mafia-Bosse sollen die Partie manipuliert haben.

Zent St. Petersburg, Bayern München
Keine Chance. Gegen die Zenit-Akteure verlor auch Luca Toni (l.) die Zweikämpfe. -Foto: dpa

MadridDie spanische Justiz ermittelt wegen des Verdachts, dass beim Halbfinal-Aus des FC Bayern München im Uefa-Pokal gegen den späteren Champion Zenit St. Petersburg (1:1/0:4) im Mai Bestechung im Spiel gewesen sein könnte. Eine Sprecherin des Nationalen Gerichtshofs bestätigte am Mittwoch in Madrid, dass ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden sei. Das Gericht dürfe aber zu laufenden Ermittlungen keine Einzelheiten bekanntgeben. Der deutsche Fußball-Meister reagierte in einer schriftlichen Stellungnahme abwartend. "Dem FC Bayern München ist dieser Verdacht ebenso wenig bekannt wie der Münchner Staatsanwaltschaft. Wir werden versuchen, jegliche etwaige Information zu diesem Vorgang zu erhalten", übermittelte der Klub.

Spiel für angeblich 50 Millionen gekauft

Die Madrider Zeitungen "El País" und "ABC" berichteten in ihren Mittwoch-Ausgaben, der Verdacht der spanischen Justiz stütze sich auf abgehörte Telefongespräche von russischen Mafia-Bossen in Spanien. Der Chef eines einflussreichen kriminellen Unternehmens soll sich in einem Gespräch mit einem Kollegen gerühmt haben, den Erfolg von Zenit im Halbfinale "für 50 Millionen" gekauft zu haben. Die Währung sei dabei nicht genannt worden. Der mutmaßliche Mafia-Boss war im Frühjahr in Spanien festgenommen worden.

Laut spanischer Medien habe der spanische Untersuchungsrichter Baltasar Garzón die deutsche Staatsanwaltschaft von den Ermittlungen unterrichtet. Bei der Münchner Staatsanwaltschaft war davon nichts bekannt. Der FC Bayern konnte auf Anfrage zu diesen Vorgängen zunächst nichts sagen.

Straftatbestand unklar

Die Ermittler bewegen sich jedoch offenbar auf dünnem Eis. "Es ist nicht einmal klar, ob der 'Kauf' eines Fußballspiels im Ausland nach spanischem Recht einen Straftatbestand darstellt", betonte die Zeitung "ABC". Zenit war damals als Außenseiter in das Halbfinale gegen den hohen Favoriten FC Bayern gegangen und hatte dann im Endspiel auch die Glasgow Rangers 2:0 besiegt.

Bisher hatte es keine Anhaltspunkte dafür gegeben, dass beim Erfolg der Russen gegen den deutschen Rekordmeister irgendwelche Manipulationen im Spiel gewesen sein könnten. Die Europäische Fußball-Union (Uefa) betrachtet den Ausgang von rund 25 Spielen des Uefa-Pokals als verdächtig und begann eigene Ermittlungen. Das Halbfinale zwischen dem FC Bayern und Zenit gehöre laut "El País" nicht zu den überprüften Begegnungen. Das 0:4 am 12. Mai bei Zenit St. Petersburg war die höchste Münchner Niederlage im Europapokal seit 31 Jahren. (sg/dpa)

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