Uefa-Cup : Bloß nicht wie die Bayern

Der VfB Stuttgart trifft im Uefa-Cup auf Titelverteidiger Zenit St. Petersburg, der sich in der vorigen Saison gegen Bayer Leverkusen und Bayern München durchgesetzt hat.

Oliver Trust[Stuttgart]
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Der Titelverteidiger. Zenits Anatoli Timoschtschuk mit dem Uefa-Pokal.Foto: dpa

Auch wenn es nicht ihr eigenes Debakel war: Die 0:4-Niederlage des FC Bayern im Uefa-Cup-Halbfinale 2008 bei Zenit St. Petersburg sehen auch die Verantwortlichen des VfB Stuttgart noch deutlich vor sich. Wie die Bayern wollen sich die Stuttgarter nicht vorführen lassen, wenn sie heute im Uefa-Pokal-Hinspiel (18.15 Uhr, live im ZDF) in St. Petersburg antreten. Anders als bei den Münchnern würde allerdings auch niemand behaupten, der VfB sei Favorit – obwohl auch St. Petersburg derzeit mit Problemen zu kämpfen hat.

Die Saison in Russland hat noch nicht begonnen, in der vergangenen Saison wurde Zenit nur Fünfter. In der Champions League erwiesen sich die Gruppengegner Juventus Turin und Real Madrid als zu stark für Zenit, der Klub scheiterte in der Vorrunde. Am schwerwiegendsten ist aber der Verlust des russischen Nationalspielers Andrej Arschawin, der vor rund drei Wochen zum FC Arsenal wechselte. „Das ist sicher kein Nachteil für uns“, sagt VfB-Trainer Markus Babbel. Trotzdem überwiegt bei Babbel der Respekt vor dem Gegner: „Das Spiel ist eine Herausforderung, Zenit hat absolut Champions-League-Format.“ Immerhin ist Anatoli Timoschtschuk, der nächsten Sommer für elf Millionen Euro zu den Bayern wechselt, immer noch dabei. Babbel spricht deshalb vom „Ausrufezeichen“, welches man setzen könne.

So ins Verderben rennen, wie es die Bayern vor einem knappen Jahr taten, werden die Stuttgarter wohl nicht. Babbels Einschätzung zu dem Thema lässt erahnen, wie die taktische Ausrichtung des VfB aussehen könnte: „Wenn ich schon nicht gewinnen kann, muss ich zumindest nicht verlieren.“ Den Fehler der Bayern, die dem Gegner viel zu viel Platz zum Kombinieren ließen, wird Stuttgart kaum machen. Ob Sami Khedira dabei helfen wird, ist noch offen. Der Mittelfeldspieler hat mit Oberschenkelproblemen zu kämpfen, ob er auflaufen kann, wird sich kurz vor Spielbeginn entscheiden. Bei Zenit werden die Stuttgarter einen alten Bekannten aus der Bundesliga wiedertreffen. Der Ungar Szabolcs Huszti wechselte Ende Januar als Ersatz für Arschawin von Hannover 96 nach St. Petersburg, im Trainingslager der Russen in der Türkei spielte er sich sofort in die Stammelf.

Zumindest bis ins Rückspiel will der VfB seine Chance aufs Weiterkommen wahren und die ohnehin schon lange Europapokal-Saison am Leben erhalten. Immerhin hat sich Stuttgart durch den UI-Cup, die Uefa-Pokal-Qualifikation und die Gruppenphase unter die letzten 32 gekämpft. „Wir haben einen langen Weg hinter uns“, sagt Sportdirektor Horst Heldt. „Jetzt sollen die Jungs auch den Lohn der Arbeit mitnehmen.“ (mit dpa)

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