Sport : Uefa-Cup: Ein Duell ohne Favorit

Alles andere als Fußballfieber herrscht beim SC Freiburg vor dem Zweitrunden-Spiel im Uefa-Cup gegen den FC St. Gallen (Donnerstag 20.30 Uhr/live im ZDF). Am Mittwochmorgen gab es für das ansonsten ausverkaufte Dreisamstadion noch etwa 2500 Karten. "Ich bin ratlos. Das ist für uns unnormal und überraschend. Wir sind davon ausgegangen, dass das Spiel ausverkauft sein wird", wunderte sich Manager Andreas Rettig. Die Breisgauer setzen nun auf die Tageskasse.

Volker Finke kann sich über den bescheidenen Zuspruch sogar freuen. "Ich finde es super, dass es noch Karten gibt. Jetzt können die zum Zug kommen, die nicht regelmäßig ins Stadion kommen", sagte der SC-Trainer. "Das ist doch eine Chance für Leute, die bisher frustriert waren." Dabei fasst die Arena wegen der Auflagen der Uefa nur 16 800 Zuschauer. "Wir freuen uns auf dieses Spiel und werden mit Sicherheit anders auftreten als zuletzt in der Bundesliga", sagte Trainer Volker Finke. Zwar sieht Finke sein Team im Nachbarschaftsduell mit dem zweimaligen Schweizer Meister "nicht in der Favoritenrolle", doch zumindest personell hat der 53 Jahre alte Coach gegenüber dem enttäuschenden 2:2 gegen den FC St. Pauli wieder mehrere Alternativen zur Hand.

Boubacar Diarra und Soumaila Coulibaly kehren nach ihren Auftritten für die Nationalmannschaft Malis wieder in die Startelf zurück, Abder Ramdane steht nach überstandenem Bänderriss zumindest als Ergänzungsspieler wieder zur Verfügung. Lediglich der Einsatz von Abwehrspieler Stefan Müller (Wadenblessur), Lewan Zkitischwili (Grippe) und Ibrahim Tanko (Oberschenkelprellung) ist weiterhin fraglich.

Vor allem der Ausfall von Tanko, der den SC mit seinem späten Tor gegen Puchov (0:0/2:1) zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte in die zweite Runde des Uefa-Cups brachte, würde die Breisgauer besonders hart treffen. Ob aber mit oder ohne Tanko: Mit zuletzt häufig vermisstem Offensiv-Fußball wollen die in der Bundesliga auf Platz 14 abgerutschten Freiburger im Europapokal die Chance auf das Erreichen der dritten Runde wahren. "Wir können zu Hause nicht nur auf zu null spielen, sondern müssen Druck machen", fordert Mittelfeldspieler Andreas Zeyer. Mit dem FC St. Gallen treffen die Freiburger allerdings auf einen "harten Brocken". In der ersten Runde schaltete der zweitälteste Verein Europas immerhin Steaua Bukarest, einen früheren Europapokalsieger, aus. Beim Schweizer Meister setzt Trainer Marcel Koller auf den brasilianischen Stürmer Jefferson, den südafrikanischen Mittelfeldspieler Patrick Mokoena und auf Nationalspieler Franco di Jorio.

Nachdem die Freiburger als Tabellen-14. in der Bundesliga noch nicht so richtig in Tritt gekommen sind, ist für Finke "ein Erfolgserlebnis im Uefa-Pokal umso wichtiger".

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