Uefa-Cup : Hamburger Minimalisten sichern Weiterkommen

Mit einem glanzlosen Arbeitssieg beim tschechischen Fußball-Meister Slavia Prag hat sich der Hamburger SV in die K.o.-Runde des Uefa-Cups gemogelt.

Franko Koitzsch[dpa]
Hamburger SV
Der Hamburger Ivica Olic (rechts) im Duell mit Prags David Hubacek. -Foto: dpa

PragIvica Olic (30. Minute) und Mladen Petric per Foulelfmeter in der Nachspielzeit erzielten am Donnerstagabend in der "Goldenen Stadt" die Treffer für den HSV, den Norddeutschen winken damit in der Zwischenrunde zusätzliche Einnahmen von rund einer Million Euro. Drei Chancen, zwei Tore - der Bundesliga-Fünfte spielte vor 17.168 Zuschauern im Stadion Eden glanzlos, aber höchst effektiv. Dafür wurde die Mannschaft von Trainer Martin Jol belohnt: Nach dem zweiten Sieg in der Gruppe F muss der HSV am 17. Dezember gegen Aston Villa nicht mehr zittern. Slavia-Keeper Martin Vaniak sah wegen eines Fouls an David Jarolim in den Schluss-Sekunden die Rote Karte - dafür ging Verteidiger Erich Brabec ins Tor.

Für Jerome Boateng, der wegen einer Magenverstimmung passen musste, rückte Collin Benjamin in die Startformation des Bundesliga-Fünften. Nationalspieler Piotr Trochowski musste zunächst wieder auf der Bank Platz nehmen. Trainer Martin Jol wählte zwar keine Mauertaktik, setzte aber auf Sicherheit: Benjamin und Alex Silva agierten als "Abfangjäger" vor der Abwehrkette. Und die aufmerksame HSV-Defensive stand gegen den von David Jarolims Vater Karel trainierten tschechischen Meister sehr sicher. Das Familientreffen der Jarolims - Marek spielte bei Prag im Mittelfeld - wurde in der 34. Minute etwas getrübt, als der Slavia-Coach wegen Reklamierens vom Schiedsrichter auf die Tribüne verbannt wurde.

Viele Fehlpässe

Viel Erwärmendes bekamen die Fans bei winterlicher Kälte im "Eden" nicht geboten, Strafraumszenen und echte Chancen blieben aus. Auffällig waren vor allem die vielen Fehlpässe auf beiden Seiten. Das erste Ausrufezeichen setzten die Gäste, doch der wuchtige Kopfball von Marcell Jansen landete am Außennetz (11.). Nur kein Tor fangen - dies schien die Devise für beide Clubs zu sein. Doch für Slavia ging sie nur eine halbe Stunde lang auf: Mit Glück landete die eher ungewollte Vorlage von Mladen Petric bei Olic, der die Nerven behielt und aus Nahdistanz unhaltbar verwandelte. Mit seinem Treffer zeigte der Kroate, der laut "kicker" von Juventus Turin gelockt wird, wie wichtig er für die Offensive der "Rothosen" ist.

Den knappen Sieg verdanken die Hamburger auch ihrem Torhüter Frank Rost, der in der 39. Minute einen Gewaltschuss von David Hubacek glänzend parierte. Slavia verstärkte nach der Pause zwar die Offensive, brachte Ex-Nationalspieler Vladimir Smicer als Joker, blieb aber wie schon in den bisherigen Uefa-Cup-Partien ohne Torerfolg. Alex Silva hätte für die Gäste per Kopf endgültig alles klar machen, vergab aber die Riesenchance zum 2:0 (81.).

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