Uefa-Cup : Herthas neuer Horizont

Die Berliner empfangen im Uefa-Cup Benfica und Galatasaray und reisen nach Scharkow und Piräus. Manager Hoeneß rechnet mit einer beeindruckenden Kulisse beim Heimspiel gegen Istanbul.

Michael Rosentritt

BerlinDieter Hoeneß kramte mit seiner Linken etwas verlegen in der Tasche seines Jacketts als er kurz nach der Auslosung um sein erstes Statement gebeten wurde. Dann kam ihm der erste Gedanke. Er führte zurück in die eigene aktive Zeit. "Ach, gegen Benfica habe ich persönlich ganz gute Erfahrungen", sagte der Manager von Hertha BSC und erzählte. Mit dem FC Bayern habe er zwei Duelle mit den Portugiesen ausgetragen, das Hinspiel in Lissabon sei nicht so gut gewesen (0:0), aber das Spiel in München habe der FC Bayern mit 5:0 gewonnen, "ich habe damals drei Tore erzielt".

Die große Zeit von Dieter Hoeneß, von Benfica und auch von Hertha ist etwas her, aber warum soll der Uefa-Cup nicht neue Horizonte eröffnen für den Berliner Bundesligisten? Gestern verfolgte Dieter Hoeneß zusammen mit Trainer Lucien Favre die Liveübertragung der Auslosung der Gruppenphase aus Nyon vor einem Fernseher in einem Berliner Hotel. Hertha BSC trifft in der Gruppenphase neben Benfica Lissabon auf Olympiakos Piräus, das vom Deutschen Michael Skibbe trainierte Team von Galatasaray Istanbul sowie Metalist Scharkow aus der Ukraine.

Günstige Heimspiele

Die Gruppenphase beginnt am 23. Oktober und sie endet kurz vor Weihnachten. Jeder Klub bestreitet je zwei Heim- und Auswärtsspiele. Die Startprämie für jedes Team in Höhe von 500.000 Euro ist garantiert, hinzu kommen die Erlöse aus TV- und Zuschauereinnahmen. Zu jenen 24 Mannschaften, die sich für die Zwischenrunde qualifizieren, kommen dann die acht Gruppendritten der Champions League. Mitte Februar wird die Zwischenrunde wieder im K.-o.-System mit Hin- und Rückspiel um den Einzug ins Achtelfinale gespielt.

"Das ist eine sehr starke Gruppe", sagte Hoeneß gestern. Benfica sei ein "ganz toller Name" und gegen Galatasaray "wünsche ich mir ein Heimspiel". So kam es dann auch. Am ersten Spieltag der Gruppenphase empfängt Hertha im Olympiastadion Benfica, am 2. Spieltag geht es nach Scharkow, anschließend haben die Berliner spielfrei. Am 4. Spieltag ist Galatasaray zu Gast in Berlin, dann geht es nach Piräus. "Das ist eine echte Herausforderung für uns, aber mit der Ansetzung der Heimspiele sind wir sehr zufrieden. In dieser Konstellation ist die Chance da, die Gruppenphase zu überstehen", sagte Hoeneß.

"Gegen Istanbul wird unser Stadion voll"

Seine Freude auf die Spiele sei ungebrochen, sagte Herthas Manager, der vor allem gegen Galatasaray Istanbul wegen der vielen in Berlin lebenden Türken mit einem gut besuchten Olympiastadion rechnet. "Gegen Istanbul wird unser Stadion voll", sagte Herthas Mittelfeldspieler Maximilian Nicu, "hoffentlich hat es dann noch etwas von einem Heimspiel."

Dieter Hoeneß hält die Gruppenphase für "so attraktiv wie noch nie". In der Regel kämen solch klangvolle Gegner erst nach dem Ende der Champions-League-Gruppenphase hinzu. "Es ist zwar kein ganz großer Name aus Italien oder England dabei, aber drei unserer Gegner sind es gewohnt, in der Champions League zu spielen“, sagte Lucien Favre. "Nur die Ukrainer kenne ich nicht gut, aber sie haben Besiktas Istanbul ausgeschaltet. Das heißt etwas."

Als Erstes kommt also Benfica nach Berlin. Bis dahin wird sich Hoeneß sicher noch mal genauer an das Spiel von vor 27 Jahren erinnern. Es endete damals nicht 5:0, sondern 4:1. Das mit den drei Hoeneß-Toren stimmt allerdings.

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