Uefa-Cup : HSV setzt deutsche Pleiteserie fort

Der Hamburger SV hat das Achtelfinal-Hinspiel des Uefa-Cups bei Rapid Bukarest mit 0:2 (0:1) verloren. Die Rumänen hatten bereits Hertha BSC Berlin aus dem Wettbewerb geworfen.

Bukarest - Der Hamburger SV hat die Pleitenserie der deutschen Fußball-Mannschaften fortgesetzt. Im Achtelfinale-Hinspiel des UEFA-Pokals kassierte der Bundesliga-Dritte am Donnerstag eine 0:2 (0:1)-Niederlage bei Rapid Bukarest und muss nun vor dem Rückspiel am kommenden Mittwoch um das Weiterkommen fürchten. Nach den italienischen Pleiten der Nationalmannschaft und der Champions- League-Vertreter Werder Bremen und Bayern München enttäuschten auch die Hanseaten bei dem Sechsten der rumänischen Liga, der schon Hertha BSC ausgeschaltet hat. Daniel Niculae (45.+2) und Mihai Buga (88.) erzielten die Tore. Der Hamburger Nigel de Jong sah in der 68. Minute wegen wiederholten Foulspiels ebenso die Gelb-Rote Karte, wie Rapids Kapitän Vasile Maftei in der dritten Minute der Nachspielzeit.

«Ich bin sauer über die Art und Weise wie wir heute aufgetreten sind», sagte der sichtlich erregte Thomas Doll. Der HSV-Trainer vermied es zwar Namen zu nennen, aber bei dem ein oder anderen habe es schon die Einstellung vermisst. «Wir haben es an den Grundtugenden vermissen lassen und sind dafür bitter bestraft worden.»

Fünf Tage nach dem überragenden 2:1-Erfolg bei Bayern München waren die Hamburger nicht wieder zu erkennen. Vor allem fehlte es an Leidenschaft und Einsatz, was Doll schier zur Weißglut brachte. Der Coach musste Thimothee Atouba und den nach seiner Gelb-Roten Karte aus dem Spiel gegen den FC Thun gesperrten David Jarolim ersetzen. Dafür kamen Raphael Wicky und der beim 2:1- Erfolg bei Bayern München fehlende Daniel van Buyten wieder in die Anfangsformation.

Doch auch der Kapitän konnte die desolate Vorstellung der Hamburger nicht ändern. Als Erster machte er Bekanntschaft mit der Leidenschaft der Rumänen, die keinem Zweikampf aus dem Wege gingen, und zog sich bei einem Zusammenprall eine schmerzhafte Rippenprellung zu. Nur eine Mini-Chance durch Rafael van der Vaart (36.) war die Ausbeute der ersten Halbzeit. Rapid hatte dagegen durch Torschütze Niculae, der HSV-Keeper Stefan Wächter aus 30 Metern überwandt, schon in der 22. Minute die Chance zur Führung. Vier Minuten später war es van Buyten, der nach einem Rada-Schuss auf der Linie klärte.

Doll reagierte und nahm zur Pause den weit von seiner Bestform entfernten Sergej Barbarez aus dem Spiel. Für ihn kam der 19-jährige Mustafa Kucukovic. Außerdem wechselte er Rene Klingbeil ein, der als Außenverteidiger Mehdi Mahdavikia ersetzte, der dafür ins Mittelfeld rückte. Doch mehr Druck entwickelte sich nicht, zumal der HSV-Sturm abermals enttäuschten. In der 68. Minute kam ein weiterer Rückschlag für die Hanseaten dazu: Nigel de Jong, in München noch der umjubelte Schütze des Siegtores, sah wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot.

«Wir wollen ein Tor schießen; dann können wir das Rückspiel entspannter angehen», hatte Doll seinen Spielern mit auf den Weg gegeben. Doch gegen die spritziger wirkenden Rumänen ging auch dieses Minimalziel daneben. Wie Hertha BSC in der vorigen Runde konnte auch der HSV kein Tor erzielen und muss überdies nach dem 0:2, das Buga auf Vorarbeit von Niculae erzielte, das Ausscheiden fürchten. (tso/dpa)

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