Uefa-Cup : Kaum überzeugt, aber weiter

Der HSV siegt nach einem Rückstand doch noch souverän mit 3:1. Damit stehen der Nordclub in der Gruppenphase des Uefa-Cups.

Karsten Doneck
Hamburg
Freude nach dem Sieg. Der Hamburger SV steht in der Gruppenphase. -Foto: ddp

Hamburg - Huub Stevens plagten böse Vorahnungen. Im Vorfeld des Spiels vergaß er in keinem Interview zu erwähnen, dass das Mitbringsel aus dem Hinspiel, der 1:0-Sieg bei Litex Lowetsch, kein Glücksfall, sondern eher „ein gefährliches Ergebnis“ sei. Die Fußballprofis des Hamburger SV berührten solche Warnungen ihres Trainers zunächst wenig. Erst als im Uefa-Cup-Rückspiel gegen die Nordbulgaren die Situation durch einen 0:1-Rückstand, erzielt durch Robert Popow, noch weitaus gefährlicher wurde, als allgemein befürchtet werden musste, rissen sich die HSV-Stars zusammen. Am Ende zogen sie mit einem 3:1 (1:1)-Sieg noch sicher in die Gruppenphase des Uefa-Pokals ein.

„Wir sind noch im Topf“, freute sich HSV-Trainer Huub Stevens. Zu verdanken hatten die Hamburger das Weiterkommen vor allem Paolo Guerrero. Dem Stürmer aus Peru, der den 5,8 Millionen teuren Zugang Mohamed Zidan längst aus der Stammelf verdrängt hat, gelang nur 120 Sekunden nach der Gästeführung das 1:1. Und das auf spektakuläre Weise. Ein Flanke des wie immer sehr fleißigen Rafael van der Vaart verwandelte er mit einem Fallrückzieher. „Zum Glück haben wir so schnell den Ausgleich geschafft“, sagte HSV-Verteidiger Guy Demel. Der Treffer wirkte beruhigend.

Guerrero bestätigte seine derzeit starke Form, als er sich anschließend die zögerliche Haltung von Plamen Nikolov zunutze machte, dem Bulgaren ein paar Meter vor dem Strafraum den Ball abluchste und zum 2:1 vollstreckte. Als Stevens nachher von einem „sehr gut organisierten Gegner“ sprach, musste er diese Szene bereits aus dem Gedächtnis gestrichen haben.

Der Rest ging für den HSV wie von selbst. Van der Vaart erhöhte noch auf 3:1 – mit einem Kopfball, was bei ihm auch höchst selten vorkommt. „Er ist ein vorbildlicher Kapitän“, lobte HSV-Sportchef Dietmar Beiersdorfer. Das Theater, das vor ein paar Wochen um van der Vaarts Wechselabsichten zum FC Valencia gemacht wurde, spielt in Hamburg längst keine Rolle mehr.

Überzeugt hat der HSV gegen Lowetsch indes nicht. Letztlich profitierte der Bundesligist davon, dass die Bulgaren in der ersten Halbzeit über ihre Verhältnisse gelebt hatten und später kräftemäßig stark nachließen. Aber um Schönspielerei ging es auch Guy Demel nicht, Zweckmäßigkeit war wichtig. „Hauptsache, wir sind weiter“, sagte Demel. Und keiner beim Hamburger SV wollte widersprechen. Karsten Doneck

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