Uefa-Cup : Kein Werder auf dem Bildschirm

Warum Werder Bremens Uefa-Cup-Spiel beim AC Mailand im deutschen Fernsehen nicht zu sehen ist.

Frank Hellmann[Mailand]
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Heute unsichtbar. Diego und Werder.Foto: AFP

Im Fanforum von Werder Bremen geht es mal wieder hoch her. Schuld sind diesmal nicht die Ausrutscher des Bundesligisten; stattdessen werden Tricks ausgetauscht, wie das Einloggen via Internet in ausländische Sender zu bewerkstelligen ist. Das ist schließlich die einzige Möglichkeit, um an Bilder vom Uefa-Cup-Rückspiel AC Mailand gegen Werder Bremen (20.45 Uhr) zu kommen. Nicht nur, dass Mediaset, das Medienunternehmen des italienischen Regierungschefs und Klubpatrons Silvio Berlusconi, einen überhöhten Preis für die Live-Rechte verlangte. Auch bei den Bemühungen um eine Zusammenfassung in der ARD oder wenigstens um Bewegbilder auf der Klubhomepage verlangten die Italiener sechsstellige Summen. „Wir haben eine kalte Absage bekommen“, erklärte Werders Medienchef Tino Polster verärgert.

Direkt nach der Auslosung hatten sich die öffentlich-rechtlichen Sender für die Partien Hamburger SV – NEC Nijmegen (18.15 Uhr, ZDF) und VfB Stuttgart – Zenit St. Petersburg (20.45 Uhr, ARD) entschieden. Für die Gastgeber ist das gut: Zwischen 500.000 und 750.000 Euro fließen so jeweils direkt in die Klubkassen, weil sich die Vereine bis ins Achtelfinale hinein noch selbst vermarkten dürfen. So hatte Werder mit dem Hinspiel gegen die Milan-Stars mitsamt Zuschauereinnahmen rund 1,5 Millionen Euro erlöst.

Zur neuen Saison wird alles anders: Dann wird der Uefa-Cup in „Europa League“ umgetauft, in zwölf Vierer-Gruppen statt in acht Fünfer-Gruppen gespielt und der gesamte Wettbewerb zentral von der Schweizer Agentur „Team Marketing“ vermarktet, die sich auch um den Geldsegen in der Champions League verdient gemacht hat. Dort werden 530 Millionen Euro an die 32 Vereine ausgeschüttet. Zum Vergleich: Im Uefa-Cup sind es in dieser Saison bei der letztmals ab dem Viertelfinale greifenden Zentralvermarktung ganze 33,75 Millionen.

Der neue Vertrag gilt zunächst für drei Jahre und sieht deutliche Einnahmesteigerungen vor. Gemutmaßt wird über 100 bis 150 Millionen Euro, die über die Uefa an 48 Vereine ausgeschüttet werden könnten. „Wir stellen in den laufenden Verhandlungen fest, dass die Europa League nicht mehr als Loser-Cup, sondern als zweitwichtigster internationaler Klubwettbewerb wahrgenommen wird“, sagt Thomas Klooz von der Agentur Team. Ähnlich wie in der Champions League wird wohl ein Mix aus Fixsummen, Prämien und Marketinggeldern verteilt.

Die künftige Rechtesituation für den deutschen TV-Markt ist längst geklärt: Die Öffentlich-Rechtlichen sind in der nächsten Spielzeit außen vor. Die ARD soll für den Uefa-Cup knapp 20 Millionen Euro geboten haben – zu wenig: Die Rechte sicherte sich Pro Sieben/Sat.1. Der Verbund hat schon den Zuschlag für die Champions League: 17-mal Champions League (mittwochs 20.45 Uhr) und 29-mal Europa League (donnerstags 19.05 und 21.05 Uhr) sind geplant. Dafür wird sogar die Marke „ran“ wieder belebt.

Was die heutige Chance auf Bewegbilder aus Mailand angeht: Das geht via Satellitenschüssel oder Internet, denn Rete 4 in Italien, Nasa-TV in Mazedonien und Al Dschasira Sport zeigen den Auftritt von Beckham gegen Werder live. Nicht zu sehen sind die Verletzten Wiese, Kaka, Schewtschenko und Pato. Auf den angeschlagenen Ronaldinho dürfen die Zuschauer noch hoffen.

Das Uefa-Cup-Spiel AC Mailand vs. Werder Bremen kann ab 20:45 Uhr in unserem Live-Ticker auf tagesspiegel.de verfolgt werden. Bitte klicken Sie auf den Link oben links unter dem Bild.

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