Uefa-Cup : Mit Krampf zum Sieg

In einem schwachen Spiel hat der FC Bayern München im Hinspiel der ersten Runde des Uefa-Cups einen 1:0-Sieg eingefahren. Glanz konnt der deutsche Rekordmeister gegen harmlose Portugiesen von Belenenses Lissabon dabei zu keinem Zeitpunkt verbreiten.

Toni
Einziger Torschütze. Luca Toni rettete dem FC Bayern den Sieg. -Foto: dpa

MünchenElf Jahre nach dem Erstrunden-K.o. als Titelverteidiger hat der FC Bayern München ein bescheidenes Comeback im UEFA-Pokal gegeben. Der Bundesliga-Tabellenführer besiegte Belenenses Lissabon dank Torjäger Luca Toni mit 1:0 (0:0) und kann damit keineswegs beruhigt die Reise zum Rückspiel am 4. Oktober in der portugiesischen Hauptstadt antreten. Vor 64.000 Zuschauern in der Allianz-Arena blieben die Aktionen des überlegenen deutschen Rekordmeisters bis auf den Treffer des italienischen Weltmeisters in der 34. Minute weitgehend wirkungslos. Dazu ließ das Team von Trainer Ottmar Hitzfeld die aus der Champions League gewohnte Konzentration und Entschlossenheit vermissen, ohne aber gegen die biederen Gäste ernsthaft in Gefahr zu geraten.

Hitzfeld konnte fast auf seine komplette Stammbesetzung zurückgreifen. Auch Toni meldete sich rechtzeitig für seine Europapokal-Premiere fit. Sein Einsatz war wegen Oberschenkelproblemen lange Zeit fraglich. Erstmals durfte Lukas Podolski neben dem Italiener stürmen. Der Nationalspieler, der zum ersten Mal seit seiner Knieoperation wieder in der Startformation der Bayern stand, ersetzte den gesperrten Miroslav Klose.

Glückloser Podolski

Podolski stand trotz aller Bemühungen eindeutig im Schatten von Toni und agierte zu glücklos. Erst in der 56. Minute schoss er erstmals gefährlich auf das Tor. Ganz anders trat der 30-jährige Toni auf. Nach 34 Minuten zeigte er, warum er so wichtig für die Bayern ist: Einen Pass von Mark van Bommel nahm Toni geschickt mit der Brust an und markierte eiskalt seinen ersten Europapokal-Treffer. In der 6. Minute hatte er noch die erste klare Chance ausgelassen.

Die Bayern beherrschten den international zweitklassigen Gegner, ohne aber spielerisch ein Feuerwerk abzubrennen. In der Defensive wurde der deutsche Rekordmeister nur selten ernsthaft in Bedrängnis gebracht. Der portugiesische Pokal-Finalist suchte sein Heil lediglich in einigen Fernschüssen, die ihr Ziel deutlich verfehlten.

So konnten sich die Münchner voll auf die Offensive konzentrieren. Zentrale Figur war wieder Franck Ribery. Über den Franzosen liefen beinahe alle Angriffe. Doch diesmal war er nicht so effektiv wie gewohnt. Auch seinen Freistößen und Eckbällen fehlte die Präzision. Für die meiste Gefahr sorgte Ribery vor allem in der ersten Halbzeit auf der linken Seite im Zusammenspiel mit Marcell Jansen.

Nach der Pause wurde es nicht besser

Auch nach dem Wechsel waren die Bayern deutlich überlegen, agierten aber weiter zu sorglos. Nach einer Stunde wurde Kapitän Oliver Kahn, der schon beim Erstrunden-Aus 1996 gegen den FC Valencia dabei war, erstmals laut. Doch der Weckruf half nichts.

Als Hitzfeld den entkräfteten Toni nach 63 Minuten vom Platz nahm, fehlte den Bayern endgültig die Durchschlagskraft im Angriff, auch wenn Podolski beinahe verbissen immer wieder den Weg zum Tor suchte. Am gefährlichsten war sein Schuss in der 80. Minute, der knapp am Tor vorbeiging. Zu einem Kurz-Comeback kam in der Schlussphase Jan Schlaudraff nach seiner Bandscheibenoperation im Juni. Nur kurz nach seiner Einwechslung hätte der forsch auftretende Jungstar in seinem ersten Spiel für die Bayern das zweite Tor vorbereitet. Doch seine Flanke konnte Hamit Altintop (85.) nicht verwerten. (mit dpa)

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