Sport : Uefa-Cup: Schalke im Halbfinale

Nach dem 1:1 gegen Sofia wartet nun der FC Sevilla

Richard Leipold

Gelsenkirchen - „Wenn wir uns das noch nehmen lassen, sind wir die Deppen der Nation“, hatte der Schalker Stürmer Gerald Asamoah vor dem Viertelfinal-Rückspiel im Uefa-Cup gegen Lewski Sofia gesagt. Zum Gespött des ganzen Landes machte sich der letzte verbliebene deutsche Vertreter im Fußball-Europapokal gestern Abend zwar nicht. Die Schalker erreichten nach dem 3:1 im Hinspiel als erste deutsche Mannschaft seit vier Jahren ein Europacup-Halbfinale, hatten beim 1:1 (0:1) gegen Sofia allerdings deutlich mehr Probleme als erwartet. „Wir waren ein bisschen überheblich, weil wir dachten, dass wir schon weiter sind“, sagte Asamoah. Im Halbfinale am 20. und 27. April treffen die Gelsenkirchener zunächst zu Hause auf den FC Sevilla.

Mit dem vermeintlich sicheren Vorsprung aus dem Hinspiel im Rücken ging Schalke viel zu passiv in die erste Halbzeit. Lediglich eine Torchance erarbeitete sich der Tabellenvierte der Bundesliga in der ersten Dreiviertelstunde: In der 14. Minute scheiterte Kevin Kuranyi mit einem Kopfball nach Vorarbeit von Gerald Asamoah an Sofias Torwächter Georgi Petkow. Auch Sofia bemerkte, dass der Gastgeber von einer lähmenden Sicherheit befallen war, und verstärkte den Druck. Die logische Entstehung des Führungstores in der 25. Minute: Schalkes Lincoln verlor einen Zweikampf im Mittelfeld, Walerij Domowtschijski setzte sich an der rechten Strafraumgrenze gegen den zögerlichen Lewan Kobiaschwili durch und passte quer durch den Strafraum, wo Emil Angelow ungehindert zum 1:0 für Sofia einschieben konnte. Selbst nach dem Rückstand unternahm Schalke für den Rest der ersten Halbzeit keine besonderen Anstrengungen, zum Torerfolg zu kommen. Lediglich Nationalspieler Gerald Asamoah erschien nicht von der allgemeinen Lethargie erfasst.

Nach dem Seitenwechsel schienen die Schalker immerhin dazu entschlossen, den Gästen nicht völlig die Kontrolle über das Spiel zu überlassen. Nach einer Serie von Eckbällen hatte wiederum der glücklose Kuranyi nach einem Steilpass die Chance zum Ausgleich, vergab aber erneut. Kurz darauf fiel dann das 1:1 – in der 58. Minute nutzte Lincoln ein Durcheinander in der Abwehr der Bulgaren. Nach dem Tor zog sich die Mannschaft wieder zurück. In der 72. Minute hatte Domowtschijski die Möglichkeit zur erneuten Führung für Sofia, doch Kuranyi blockte den Schuss ab. Erst mit fortlaufender Zeit gewann Schalke an Sicherheit und brachte das 1:1 mit wenig Aufwand über die Zeit.

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