Uefa-Cup : Unruhe in Bremen - Leverkusen mit breiter Brust

Die Diskussion um Torsten Frings' sportliche Zukunft überschattet derzeit bei Werder Bremen alle Uefa-Cup-Pläne - zum Leidwesen von Trainer Schaaf. Ganz anders sieht es nach den jüngsten Erfolgen bei Bayer Leverkusen aus.

Bremen/Leverkusen - Unruhe in Bremen, Aufbruchstimmung in Leverkusen: Bei den letzten beiden im Uefa-Pokal verbliebenen Bundesliga-Clubs herrscht vor den Viertelfinal-Hinspielen Reizklima. Doch während bei Werder Bremen vor dem Gastspiel bei AZ Alkmaar die anhaltenden Wechsel-Gerüchte um Torsten Frings und Miroslav Klose für Wirbel sorgen, reizt nach dem jüngsten sportlichen Aufschwung bei Bayer Leverkusen die Lust auf weitere Erfolgserlebnisse. "Wir haben uns international stabilisiert und werden mit breiter Brust in diese Spiele gehen. Wir haben einen Lauf, den müssen wir solange wie möglich am Leben erhalten", forderte Bayer-Coach Michael Skibbe vor dem 124. Europapokal-Spiel des Werksclubs am Donnerstag (19 Uhr/Premiere) gegen CA Osasuna.

Dagegen bemühte sich Werder-Coach Trainer Schaaf vor dem Abflug in die Niederlande darum, die wachsende Unruhe beim hanseatischen Club herunterzuspielen. "Das ist intern weit weniger ein Thema als es nach außen erscheint", sagte der Coach zu Spekulationen über den drohenden Verlust der beiden Top-Akteure. Frings' klare Worte mit der Bestätigung des intensiven Werbens durch Juventus Turin haben die Fans geschockt: "Die wollen mich mit aller Macht." Der Mittelfeldspieler erbittet Bedenkzeit und sagt: "Ich hoffe, dass der Verein mir keine Steine in den Weg legen würde." Ebenfalls Grund für zahlreiche Gerüchte ist die Zukunft von Nationalstürmer Klose.

"Ajax Amsterdam plus zehn Prozent"

Frings wies Gedanken, seine bisher bestrittenen Wechselabsichten könnten in Alkmaar Auswirkungen auf die Mitspieler haben, von sich. "Glauben Sie, dass sich ein Tim Borowski oder Per Mertesacker nervös machen lassen, bloß weil unklar ist, ob ich bleibe oder nicht?" Auch Schaaf versichert: "Wir lassen uns nicht ablenken und sind sehr konzentriert." Das ist auch notwendig, denn Alkmaar ist wie Werder ein Team mit Tordrang: "Selbst wenn man das Gefühl hat, sie lassen es ruhiger angehen, können sie blitzartig umschalten." Auch Manager Klaus Allofs lobte das technisch starke Top-Team der Ehrendivision als "Ajax Amsterdam plus zehn Prozent." Neun Tore in den vier Uefa-Cup-Spielen der K.o.-Runde gegen Istanbul und Newcastle sind offenbar aber doch noch nicht Warnung genug. So meinte Torwart Tim Wiese: "Das ist so ein Dorfverein, hat aber eine ziemlich gute Mannschaft."

Mit zuletzt vier Siegen aus fünf Spielen hat sich Leverkusen in den Top-Fünf der Liga festgesetzt und für höhere Aufgaben empfohlen. Gerade in den Uefa-Cup-Heimspielen gegen Istanbul (2:1), Blackburn (3:2) und Lens (3:0) stellte die Bayer-Elf ihre Klasse unter Beweis. "Da formulieren wir keine Ziele mehr. Wir denken jetzt nur noch von Spiel zu Spiel und Runde zu Runde", sagte Rudi Völler. Dennoch warnt Bayers Sportchef davor, den Gegner zu unterschätzen: "Das ist die Gefahr, aber davon lassen wir uns nicht blenden. Osasuna war letztes Jahr Dritter und hat die Champions-League-Qualifikation erreicht." Skibbe kann wieder die zuletzt gesperrten Karim Haggui und Gonzalo Castro einsetzen. Ob Kapitän Carsten Ramelow (Knieblessur) fit sein wird, ist fraglich.

Schuster: In Pamplona brennt der Baum

Die Spanier, die in der Champions-League-Qualifikation in zwei Spielen am Hamburger SV scheiterten, kommen mit großen personellen Problemen an den Rhein. Dem Tabellen-13. der Primera Divison fehlen mindestens sechs Spieler. Der Ex-Bayerprofi und Trainer des spanischen Erstligisten FC Getafe, Bernd Schuster, warnte vor dem Club aus Pamplona. "Besonders bei Standardsituationen sind sie brandgefährlich und im Rückspiel in Pamplona brennt ohnehin der Baum. Daher muss Bayer im Heimspiel ein Polster herausschießen." (Von Michael Rossmann und Morten Ritter, dpa)

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