Sport : Uefa-Cup: Wenn das Fernsehen überfordert ist

Sieben Mannschaften der Fußball-Bundesliga kämpfen im Uefa-Cup um den Einzug in das Achtelfinale. Gleich fünf davon treten am heutigen Donnerstag an, denn der Mittwoch fällt als Termin auf Grund der Champions League aus. Die wahre Inflation der deutschen Teilnehmer im Uefa-Cup führt nun dazu, dass nur drei der fünf Spiele live im Fernsehen zu sehen sind: AC Parma gegen TSV 1860 München (17.30 Uhr, live im ZDF), Bayer Leverkusen gegen AEK Athen (19.30 Uhr, live in der ARD) und AS Rom gegen Hamburger SV (21.00 Uhr, live in der ARD). Die Partien Feyenoord Rotterdam gegen VfB Stuttgart und Girondins Bordeaux gegen Werder Bremen sendet die ARD nur als Aufzeichnungen ab 22.45 Uhr.

In den Hinspielen der dritten Runde müssen die Bundesligisten nicht nur um eine gute Ausgangsposition für die Zweitvergleiche in 14 Tagen kämpfen, sondern auch fleißig Punkte für die Uefa-Länderwertung sammeln. Dort ist Deutschland auf den vierten Rang hinter England zurückgefallen und würde nach dem jetzigen Stand künftig nur noch drei Plätze in der Champions League erhalten.

Bis auf Bayer Leverkusen, wo Berti Vogts gegen AEK Athen seine Heimpremiere als Trainer in den ersten 30 Minuten auf der Haupttribüne aus einer anderen Perspektive erleben will, gelten die Bundesligisten in den Duellen mit der namhaften Konkurrenz jedoch als Außenseiter. Vor einem ganz schweren Gang steht der HSV. Beim Tabellenführer der Serie A mit Stürmerstar Gabriel Batistuta müssen die Norddeutschen gleich auf vier Stammkräfte verzichten. "Wir sind Außenseiter und haben nichts zu verlieren", schätzt Sportdirektor Holger Hieronymus das Kräfteverhältnis realistisch ein. Zudem bleiben dem HSV nach der Partie nur 48 Stunden Zeit zur Regeneration, dann steht schon das Nord-Derby beim FC Hansa Rostock an. "Das ist fast Körperverletzung", wetterte Co-Trainer Armin Reutershahn. Trainer Frank Pagelsdorf kündigte eine Rotation an: "Wir fahren nicht nach Rom, um uns für die Partie bei Hansa zu schonen. Aber natürlich muss ich sehen, welcher Spieler für das Rostock-Spiel eine Pause braucht."

Personalprobleme hat auch Bremens Trainer Thomas Schaaf vor dem Gastspiel beim Spitzenreiter der Weltmeister-Liga. Er muss auf die Stürmer Rade Bogdanovic (verletzt) und Ailton (gesperrt) verzichten und bangt um den Einsatz von Mittelfeldregisseur Andreas Herzog und Abwehrspieler Mladen Krstajic. "Ein Tor wäre anzustreben. Am besten aber, wir gewinnen", versprühte Schaaf dennoch Optimismus. "Wir treffen auf eine spielerisch starke, technisch beschlagene und vor allem kompakte Mannschaft."

Eine ordentliche Prämie soll den in der Bundesliga schwächelnden Münchner "Löwen" Beine machen. 40 000 Mark winken jedem Profi für das erstmalige Erreichen eines Europacup-Achtelfinals seit 34 Jahren. "Die Chancen stehen 50:50", glaubt Libero Ned Zelic vor der Partie in Parma.

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