Sport : Uefa ermittelt gegen Real Madrid

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Madrid Wegen der rassistischen Zwischenfälle beim Champions-League- Spiel zwischen Real Madrid und Bayer Leverkusen am Dienstagabend (1:1) hat die Europäische Fußball-Union (Uefa) nun eine Untersuchung gegen den spanischen Rekordmeister eingeleitet. Bei dem Spiel im Bernabeu-Stadion waren Bayers dunkelhäutige Spieler Juan und Roque Junior mit rassistischen Gesängen verhöhnt worden. Außerdem seien Fans beobachtet worden, die den Nazi-Gruß gezeigt hätten.

Die Uefa will sich bei der Untersuchung unter anderem auf Fernsehbilder stützen. In den Berichten des Schiedsrichters und des Spielbeobachters waren die Zwischenfälle nicht erwähnt worden. Der Fußballverband kündigte an, nach Abschluss der Untersuchung über mögliche Sanktionen zu entscheiden, sofern solche für angemessen erachtet würden. Der Uefa-Sprecher William Gaillard hatte zuvor erklärt, eine Strafe könne von einem Spiel in einem anderen Stadion oder ohne Zuschauer bis zu einem Ausschluss des Teams aus der Champions League reichen.

Real Madrid sieht hinter der Affäre eine gezielte Kampagne britischer Medien. Das Publikum habe sich tadellos verhalten, heißt es in einer Erklärung des Klubs. Das Madrider Sportblatt „As“ berichtet, britische Medien hätten gezielt Kameras in der Fan-Kurve eingesetzt, in der die berüchtigte Fangruppe der „Ultras Sur“ ihre Plätze habe. „Es war klar, dass hier etwas gesucht wurde, was es nicht gab“, zitierte die Zeitung einen Verantwortlichen von Real. „Hier wurden Informationen manipuliert.“ In der Erklärung heißt es weiter: „Wenn es solche Zwischenfälle gegeben haben sollte, gingen sie von einer winzigen Minderheit des Publikums aus. Real verurteilt Vorkommnisse dieser Art in jedem Fall ohne Einschränkungen.“ Die Zeitung vermutet, dass die britische Presse die Bewerbung Madrids um die Ausrichtung der Olympischen Spiele 2012 in Misskredit bringen wolle. Um die Spiele bewirbt sich auch London.

Zuvor hatte bereits der Weltverband Fifa gegen die Spanier eine Untersuchung eingeleitet. Eine Woche zuvor waren – ebenfalls im Bernabeu-Stadion – beim Länderspiel zwischen Spanien und England (1:0) dunkelhäutige englische Spieler rassistisch angefeindet und verhöhnt worden. dpa

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