Sport : Uefa kontrolliert Klub-Finanzen Mehr Chancengleichheit im Europapokal erhofft

Nyon - Exorbitante Finanzspritzen durch schwerreiche Gönner und zweifelhafte Zuwendungen von Investmentexperten sollen in Europas Fußball der Vergangenheit angehören. Das Uefa-Exekutivkomitee hat am Dienstag das Lizenzierungsverfahren der Bundesliga zum Vorbild genommen und die Einführung eines kontinentalen Kontrollverfahrens beschlossen. Uefa-Präsident Michel Platini hat damit seinen Plan für eine strikte Prüfung der Vereins-Bilanzen und für mehr Chancengleichheit im Europapokal durchgesetzt. Verstöße gegen die Finanzregeln können in Zukunft sogar zum Ausschluss aus der Champions League führen.

In den kommenden drei Jahren sollen die Uefa-Statuten entsprechend angepasst sein. Von der Saison 2012/13 an dürfen die Ausgaben für Transfers und Spielergehälter die Vermögenswerte der Vereine nicht mehr überschreiten. „Das ist der richtige Weg. Der Wettbewerb wird fairer“, sagte DFB-Präsident und Exekutiv-Mitglied Theo Zwanziger.

Bayern Münchens Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge hatte als Chef der European Club Association die Zustimmung der Topvereine erwirkt. Die national schon streng kontrollierten deutschen Klubs sind für Zwanziger Gewinner der neuen Regeln. Es werde dadurch wieder leichter, „Titel in den europäischen Wettbewerben zu gewinnen“.

Ein neunköpfiges Expertengremium aus Wirtschaft, Sport und Politik soll unter dem Vorsitz des früheren belgischen Premierministers Jean-Luc Dehaene die Regeln kontrollieren. Für eventuelle Sanktionen gegen zu spendable Vereine ist dann allerdings die Uefa-Disziplinarkommission zuständig. dpa

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