Uefa-Kür : Polen bejubeln EM-Zuschlag

Ganz Polen ist nach dem Entscheid der Uefa, die EM im Jahr 2012 in Polen und der Ukraine stattfinden zu lassen, aus dem Häuschen. Das Nachsehen bei der Wahl hatten Italien sowie Ungarn und Kroatien.

Cardiff - Die Fußball-Europameisterschaft 2012 wird in Polen und der Ukraine ausgespielt. Die zwölf stimmberechtigte Mitglieder des Exekutivkomitees der Europäischen Fußball-Union (Uefa) entschieden sich damit in Cardiff gegen den skandalerschütterten Favoriten Italien sowie die Gemeinschafts-Bewerbung von Kroatien und Ungarn. Nach Österreich/Schweiz, die 2008 den EM-Titelkampf ausrichten, und Belgien/Niederlande (2000) erhielt zum dritten Mal eine Zwei-Länder-Bewerbung den Zuschlag.

Mit ausschlaggebend für Polen und die Ukraine dürfte die glanzvolle letzte Präsentation gewesen sein. Mit den Präsidenten Viktor Juschtschenko (Ukraine) und Lech Kaczynski (Polen), Ex-Boxweltmeister Vitali Klitschko oder den Fußball-Assen Andrej Schewtschenko und Jerzy Dudek hatten sie das größte Star-Aufgebot nach Cardiff geschickt.

Als Spielorte sind in der Ukraine Donezk, Kiew, Dnepropetrowsk und Lwiw vorgesehen, in Polen Danzig, Krakau, Warschau, Breslau, Chorzow und Posen. Da das Uefa-Vorhaben, die EM-Endrunde 2012 von 16 auf 24 Mannschaften aufzustocken, vertagt wurde, wird es keine zusätzlichen organisatorischen Herausforderungen und wieder 31 Spiele geben.

Tausende jubeln in Polen

Keine Auswirkung auf die Wahl hatte offensichtlich die instabile Situation in der Ukraine, die durch den Machtkampf zwischen Juschtschenko und Regierungschef Viktor Janukowitsch politisch tief gespalten ist. Der polnische Fußball war zudem im vergangenen Jahr durch Spiele-Manipulationen ins Zwielicht geraten und zeitweise von einer Suspendierung durch den Weltverband Fifa bedroht.

In Warschau und anderen polnischen Städten fieberten bei der Bekanntgabe tausende Menschen mit. Als Uefa-Präsident Michel Platini der Doppelbewerbung Polens und Ukraine den Zuschlag erteilte, brach Jubel aus. Fahnen in den weiß-roten Nationalfarben wurden geschwenkt, von Balkons regnete Konfetti, Cheerleader tanzten auf den Open Air-Bühnen, vor denen die Entscheidung in Cardiff live übertragen wurde. (tso/dpa)

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